BERUFSBILDUNG: Sie sind Meister ihres Fachs – und ihrer Lehrlinge

Catherine Lütolf und Hugo Willimann gehören zu den besten Lehrmeistern des Landes. Nominiert wurden sie von ihren Lehrlingen. Die werden in ihrer Ausbildung mächtig gefordert.

Martina Odermatt
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Prämierte Lehrmeister unter sich: Catherine Lütolf und Hugo Willimann im Restaurant Baulüüt. (Bild: Pius Amrein (Oberkirch, 5. September 2017))

Prämierte Lehrmeister unter sich: Catherine Lütolf und Hugo Willimann im Restaurant Baulüüt. (Bild: Pius Amrein (Oberkirch, 5. September 2017))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Die Lehrlinge, die im August ihre Ausbildung begonnen haben, wissen es. Auch all jene, die im Sommer zu den Lehrabschlussprüfungen angetreten sind: Gute Lehrmeister sind in der Lehre entscheidend. In Luzern scheinen die Lehrmeister besonders gut zu sein: Das Gastrojournal und die Bischofszell Nahrungsmittel AG haben die besten Lehrmeister in der Lebensmittelbranche gekürt – zwei von vier Gewinnern kommen aus Luzern.

Zu den Gewinnern gehören Catherine Lütolf des Grill-Restaurants Baulüüt im Campus Sursee in der Kategorie Restaurationsfachleute und Hugo Willimann, der in der fünften Generation die Willimann Metzg führt, in der Kategorie Fleischfachmann.

«Wir konnten bei ihnen die Leidenschaft wecken»

Bereits 50 Lernende hat Hugo Willimann in seinem Leben ausgebildet: Der Metzger ist Ausbildner aus Leidenschaft. Dass ihn seine beiden Lehrtöchter Jutta Limacher und Karin Ruch, die sich aktuell im zweiten Lehrjahr befinden, für den besten Lehrmeister angemeldet haben, hat Willimann natürlich sehr geehrt. Und es zeigt ihm: «Wir konnten bei den beiden Frauen offenbar die Leidenschaft für den Beruf und den Genuss für unsere Spezialitäten wecken.» Bei der Ausbildung setzt Willimann auf ein «gesundes Verhältnis von Geben und Nehmen». Er führt aus: «Wir haben Erwartungen an die Lernenden. Wenn diese erfüllt werden, geben wir ihnen auch mehr Spielraum für Kreativität, lassen sie selbstständiger arbeiten.» So könnten sie dann auch eigene Produkte entwickeln. Würden die Erwartungen nicht erfüllt, müsse man die Zügel halt wieder etwas straffer anziehen. Offenbar kommt er damit auch bei seinen Lehrtöchtern an. Sonst hätten sie ihn nicht für den Titel des besten Lehrmeisters nominiert.

Den drei Fleischfachleuten hat der Sieg neben Anerkennung auch 6000 Franken in die Kasse gespült. Was mit dem Geld passiert, weiss Willimann noch nicht genau. Aber: «Wir haben bereits abgemacht, dass wir mit einem Teil des Geldes auf den Putz hauen werden. Der zweite Teil wird in die Ausbildung investiert.» So könnten sich die beiden Frauen etwa eine neue Arbeitsmaschine oder einen Ausflug wünschen. Entschieden werde gemeinsam.

Gastfreundschaft und Freude am Beruf vermitteln

Auch Catherine Lütolf darf sich nun für ein Jahr beste Lehrmeisterin nennen. Sie bildet seit drei Jahren Lernende im Grill-Restaurant Baulüüt im Campus Sursee aus. So momentan auch Lehrtochter Sarina Blum. Diese schätzt, dass Lütolf ihr bei der Arbeit eine klare Linie vorgibt, dabei aber «menschlich und fair» bleibe. «Ich möchte den Lernenden Gastfreundschaft und Freude am Beruf vermitteln», sagt Lütolf. «Ihnen muss aber auch klar sein, dass unsere Arbeit ohne Gäste nicht funktioniert und der Gast deshalb König ist.»