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BERUFSBILDUNG: Viele entscheiden sich erst im allerletzten Moment

Fast 4900 Jugendliche haben kürzlich eine Lehre in Angriff genommen – bei manchen liegt der Vertragsabschluss nur einige Wochen zurück. Immer häufiger offen bleiben dabei neuerdings die Ausbildungsplätze als Maurer.
Florijan Gjergjaj (17) aus Emmenbrücke hat bei der Baufirma Schmid eine Maurerlehre begonnen. (Bild: Roger Grütter (Horw, 19. September 2017))

Florijan Gjergjaj (17) aus Emmenbrücke hat bei der Baufirma Schmid eine Maurerlehre begonnen. (Bild: Roger Grütter (Horw, 19. September 2017))

Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung blickt auf bewegte Wochen zurück: Bis zum 31. August wurden im Kanton Luzern 4881 Lehrverträge unterzeichnet, 62 mehr als im Vorjahr. 4305 Jugendliche sind in eine drei- oder vierjährige Berufslehre gestartet, 576 streben ein Berufsattest an. Zwar ist damit der Spitzenwert von 2015 mit insgesamt 4989 Verträgen unerreicht geblieben. Trotzdem sagt Dienststellenleiter Christof Spöring: «Mit dieser Zahl sind wir sehr zufrieden. Wir konnten wesentlich mehr Schüler für eine Lehre begeistern als erwartet.» Zumal nun geburtenschwache Jahrgänge die Oberstufe verlassen.

Eine Zahl aber macht ihm Sorgen: 1066 Verträge schlossen die Firmen erst zwischen Juni und August ab. So viele wie noch nie. «Das Problem verschärft sich von Jahr zu Jahr, die Rekrutierung des Personals sowie die Raumplanung an Schulen wird damit zur grossen Herausforderung», sagt Spöring: «Kurzfristig mussten Lehrpersonen deshalb noch weitere Klassen übernehmen, zudem gibt es mehrere Klassen mit über 26 Schülern.» Über die Gründe dafür kann er nur spe­kulieren: Einige Schulabgänger würden Brückenangebote anpeilen, um ihre Traumstelle zu erhalten. «Sie stellen dann aber fest, dass ihre schulischen Leistungen für den Traumjob nicht reichen, und schwenken dann doch auf eine andere Lehre um.» Auf der anderen Seite würden sich auch Firmen «erst sehr spät» für ihre Lehrlinge entscheiden.

Maurer werben auf Social Media für ihren Beruf

Wie viele Lehrstellen offengeblieben sind, erhebt die Dienststelle nicht. Immer weniger Ausbildungsplätze besetzen können etwa Bäcker-Konditoren oder auch Maurer. Konkret bedeutet dies bei Letzteren: Diesen Sommer konnten in Luzern 71 Lehrstellen besetzt werden – 8 weniger als im Vorjahr und 15 weniger als 2015. In der ganzen Zentralschweiz sind 145 Schulabgänger im Maurerberuf gestartet, damit konnten 13 Lehrstellen weniger besetzt werden als im Vorjahr. «Noch vor 15 Jahren war der Maurerberuf ein Selbstläufer. Nun müssen wir unser Image aufpolieren, um den Abwärtstrend zu stoppen, der sich seit rund zwei Jahren abzeichnet», sagt Reto Birrer, Präsident des Baumeisterverbands Luzern und Inhaber der gleichnamigen Bauunternehmung in Knutwil. «Sonst fehlen uns in wenigen Jahren die Fachkräfte.» Bei Maurer würden viele an schmutzige Hände und gefährliche Baustellen denken. Dabei werde Arbeitssicherheit grossgeschrieben. Zudem eröffne ein Lehrabschluss als Maurer viele Perspektiven. «Über die sozialen Kanäle zeigen wir Jugendlichen nun auf, dass sie sich dank Weiterbildungen zum Vorarbeiter, Polier oder Bauführer verwirklichen können», so Birrer. Er will trotz allem den Teufel nicht an die Wand malen. «Letztlich brauchen wir qualitativ gute Lehrlinge. Eine Rekordzahl Absolventen nützt nichts, wenn diese fünf Jahre später nicht mehr auf dem Beruf arbeiten.»

Kaufmännische Lehre gehört zu den Favoriten

Keine Mühe, ihre Lehrstellen zu besetzen, bekunden die Berufe an der Spitze der Hitparade: Bei Schulabgängerinnen steht die Ausbildung zur Kauffrau, Fachfrau Gesundheit oder Detailhandelsfachfrau hoch im Kurs. Auch Männer zieht es in den kaufmännischen Bereich, ebenso gefragt sind Lehrstellen als Elektroinstallateur und Logistiker. Konstant hoch ist das Interesse an der landwirtschaftlichen Ausbildung: In den letzten drei Jahren wurden jeweils 130 Lehrbeginner verzeichnet. Spöring: «Die Ausbildung ist attraktiv, weil Absolventen später auch in der Futtermittel- und Saatgutindustrie oder in der Verarbeitung Stellen finden und die Berufsmatura den Weg zum Agronomen ebnet.»

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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