BERUFSBILDUNG: Vorwurf lautet Vetternwirtschaft

Das Konzept zur Förderung der Berufsmatura stammt aus München. Autor ist der Schwager des kantonalen Projektleiters.

Lukas Nussbaumer
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Regierungsrat Reto Wyss war über die Vergabe des Konzepts zur Förderung der Berufsmatura orientiert. (Bild: Archiv Pius Amrein / Neue LZ)

Regierungsrat Reto Wyss war über die Vergabe des Konzepts zur Förderung der Berufsmatura orientiert. (Bild: Archiv Pius Amrein / Neue LZ)

Die Vorwürfe an Daniel Preckel, Leiter der Abteilung Schulische Bildung bei der Dienststelle für Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern, sind massiv. Preckel habe seinem Schwager Klaus Lintemeier aus München den Auftrag für ein Konzept zur Förderung der Berufsmatura vermittelt. Lintemeier bietet Managementberatungen für strategische Kommunikation an.

SVP-Fraktionschef Guido Müller aus Ebikon kritisiert die Vergabe des Auftrags: «Das ist Vetternwirtschaft. Dieser Auftrag hätte sicher an eine Firma, die im Kanton Luzern Steuern bezahlt, vergeben werden können.»

Müller stört sich aber nicht nur daran, dass Preckels Schwager den Auftrag erhalten hat, sondern findet auch: «Man muss man doch nicht im Ausland Personen suchen, die ein Konzept zur Förderung der Berufsmatura erstellen.» Müller hat sich inzwischen mit einer Anfrage an den Regierungsrat gewandt.

Reto Wyss gab sein Okay

Bei der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung kann man die Aufregung nicht nachvollziehen. Dienststellenleiter Christof Spöring betont, dass alles rechtens abgelaufen sei. Es sei ein ordentliches Einladungsverfahren durchgeführt worden, das beste Angebot habe von Klaus Lintemeier gestammt, sagt Spöring.

Beim Einladungsverfahren wird ein Auftrag nicht ausgeschrieben, sondern es werden direkt mögliche Auftragnehmer angeschrieben. Im aktuellen Fall hat der Chefbeamte Daniel Preckel also seinen Schwager Klaus Lintemeier angefragt. Laut Christof Spöring war auch Regierungsrat Reto Wyss orientiert. «Er gab vor der Vergabe seine Zustimmung», so Spöring.