BERUFSEINSTIEG: Die Lehrstellensituation in Luzern ist stabil

Trotz Rezession wurden im Kanton Luzern fast gleich viele Lehrverträge abgeschlossen wie im Rekordjahr 2008. Dies wird als Produkt der Bemühungen von Kanton und Wirtschaft betrachtet.

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Walter Erni, Berufsintegrationsberater des Kantons (links), hilft dem Schüler Christian Kuster eine passende Lehrstelle zu finden. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Walter Erni, Berufsintegrationsberater des Kantons (links), hilft dem Schüler Christian Kuster eine passende Lehrstelle zu finden. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Mit 4137 abgeschlossenen Lehrverträgen wurde die Rekordmarke aus dem Vorjahr zwar um 112 verpasst. Der Rückgang fiel mit 2,6 Prozent jedoch überraschend gering aus, wie die Staatskanzlei Luzern mitteilt. Ebenfalls erfreulich sei, dass die Zahl der niederschwelligen Ausbildungsplätze – 2-jährige Grundbildungen mit eidgenössischem Attest und Anlehren – für schulisch schwächere Jugendliche von 376 auf 389 gesteigert werden konnte. Angebot und Nachfrage stimmten aber auch in diesem Jahr nicht ganz überein: 225 Ausbildungsplätze konnten wegen mangelndem Interesse oder mangelnder Qualifikation der Kandidaten nicht besetzt werden.

Brückenangebote mehr genutzt
Die Lehrstellensituation sei ein Produkt «intensiver» Bemühungen von verschiedenen Seiten: Dieses Jahr wurden bei der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung erstmals alle Jugendlichen, die im April noch keine Lehrstelle gefunden hatten, zentral erfasst. Viele von ihnen hätten nach Prüfung ihrer Dossiers durch ein Expertenteam und individueller Beratung bis im Sommer einen Ausbildungsplatz gefunden. Dennoch stieg die Zahl der Jugendlichen, die eines der kantonalen Brückenangebote besuchen, von 556 auf 624 an. Das entspricht rund 15 Prozent aller Schulabgänger. Während die Nachfrage nach schulischen Brückenangeboten von 315 auf 265 fiel, stieg sie bei den kombinierten Brückenangeboten – Praktikum und Schule – von 229 auf 359 deutlich an.

Auch Verdienst von Privaten
Zum stabilen Situation trug aber auch das Lehrstellenmarketing bei, das von der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung in Zusammenarbeit mit privaten Partnern wie Speranza betrieben wurde, wie es weiter heisst. Ausserdem unterliege der Lehrstellenmarkt im Kanton Luzern den konjunkturellen Schwankungen nur bedingt. So würden die meisten Luzerner Unternehmen ihr Engagement in der Berufsbildung als mittel- und langfristige Investition betrachten und die Anzahl angebotener Plätze erst einschränken, «wenn es wirklich nicht mehr anders geht».

scd