BERUFSSCHULE: Zusätzlicher Ferientag für Luzerner Lehrer: Kompensation bereitet Kopfzerbrechen

Luzerner Lehrer der Volksschule werden ab dem Schuljahr 2017/18 mit einem zusätzlichen freien Tag etwas entlastet. Die Berufsschulen können dies nicht telquel übernehmen. Nun suchen sie nach anderen Lösungen.
Yasmin Kunz

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

Die Lehrer der Volksschule und der Sekundarstufe II (Gymnasien und Mittelschulen) werden ab dem kommenden Schuljahr entlastet (

Wey findet die unterschiedliche Handhabung problematisch: «Die Ungleichheit zwischen den einzelnen Schulstufen im Kanton Luzern ist politisch äusserst bedenklich.» Der Flickenteppich der unterschiedlichen Anstellungsbedingungen würde sich auf die Bildung im Kanton kontraproduktiv auswirken, so Wey, der am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe am Luzerner Bahnhof seit zehn Jahren Allgemeinbildung unterrichtet. «Wir Lehrer haben eine Unterrichtsverpflichtung. Wir können nicht einfach die Lernenden nach Hause schicken. Schliesslich müssen sie ausgebildet werden, und zudem verdienen sie während dieser Zeit.»

Während bei Volksschulen und Gymnasien die jeweiligen Dienststellenleiter die Form der Kompensation bestimmt haben, wird die Entlastung an den Berufsfachschulen individuell umgesetzt. Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, erklärt: «Die Berufsschulen sind nicht so frei wie etwa die Volksschule. Denn je nach Ausbildung haben die Lernenden nur einen Tag Unterricht. Diese Lektionen kann man nicht ersatzlos streichen.»

Die Schulleitung kann für interne Weiterbildungen den Ausfall einzelner Randstunden bewilligen, so Spöring. Dabei gilt es, die Lernziele der Klassen zu erreichen und die Inhalte über andere Lernformen zu vermitteln. Er ist überzeugt: «Die Berufsschulen werden einen Weg finden, wie sie die Kompensation passend umsetzen.» Wie die rund 230 Lehrer des Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe im nächsten Schuljahr kompensieren werden, ist noch unklar, so Wey. Er kann sich nicht vorstellen, Lektionen ausfallen zu lassen – im Gegenteil: «Dass der Kanton Schulen schliessen kann, hat er bewiesen. Jetzt brauchen wir eine Rückkehr zu konkurrenzfähigen Bedingungen, keine zusätzlichen Freitage. Alles andere ist Kapitulation.»

Auch bei der Berufsschule für Wirtschaft, Informatik und Technik in Emmen, Willisau und Sursee weiss man noch nicht, wie man kompensieren wird. Tony Röösli, Co-Rektor, sagt dazu: «Wir machen uns Überlegungen dazu, wie wir dies in geeigneter Form umsetzen können.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.