Berufsschullehrer wird fristlos entlassen

Eklat am Berufsschulzentrum Heimbach in Luzern: Ein Konflikt um Sex, Gewalt und Mobbing gipfelt in einer fristlosen Entlassung.

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Schüler vor dem Berufsschulzentrum Heimbach. (Archivbild Dorothea Müller/Neue LZ)

Schüler vor dem Berufsschulzentrum Heimbach. (Archivbild Dorothea Müller/Neue LZ)

Das Positive vorab: Schüler und Unterricht am kantonalen Schulzentrum Heimbach in Luzern sind nicht tangiert. Und es liegen offenbar keine strafrechtlich relevanten Taten vor. Ansonsten aber ist der seit bald einem Jahr schwelende Konflikt im Team der Allgemeinbildenden Lehrer (ABU) Heimbach eine üble Sache. Diese erreichte ihren bisherigen Höhepunkt letzte Woche. Am 8. Mai teilte Rektor Herbert Eugster allen Mitarbeitern schriftlich mit, dass die Schulleitung den Abteilungsleiter der Allgemeinbildung fristlos entlassen musste. Grund: gröbster Vertrauensmissbrauch von Schulleitung und Kollegium.

Bodybuilder in anrüchiger Pose
Was ist passiert? Im Sommer 2007 tritt der jetzt gefeuerte Berufsschullehrer die Stelle als ABU-Teamleiter im Zentrum Heimbach an. Der neue Leiter und Bodybuilder fällt seinen Lehrerkollegen rasch durch extreme und in deren Augen abartige Äusserungen und Darstellungen zu Sex und Gewalt auf. So tritt er etwa mit vulgären Texten und einer Nacktaufnahme (mit Kappe als Penisschutz) in einem Internet-Chatraum von Bodybuildern auf. Mehrere Lehrkräfte wenden sich deswegen an die Fachstelle für Schulberatung. Diese rät, die Schulleitung zu informieren, was Ende September geschieht.

Anonymes E-Mail
Die Schulleitung sorgt dafür, dass der ABU-Leiter seinen Internetauftritt unverzüglich vom Netz nimmt. Ende November taucht ein anonymes Mail auf. Darin wird der umstrittene Teamleiter massiv beschimpft und bedroht.

Die Schulleitung vermutet die Mail-Autoren unter der Lehrerschaft. Der Konflikt eskaliert und führt schliesslich dazu, dass im Februar 2008 ein langjähriger Lehrer wegen Mobbingvorwürfen per sofort freigestellt und zwei weitere Lehrer an andere Berufsschulzentren versetzt werden. Ein vierter kündigt von sich aus. Vermittlungsversuche des Luzerner Berufsschullehrerverbandes und der kantonalen Schlichtungsstelle bleiben erfolglos.

Anfang Mai nimmt das Ganze eine unerwartete Wende: Die Schulleitung findet heraus, dass der ABU-Teamleiter das anonyme Mail selber geschrieben hat. Er wird fristlos gefeuert.

Hans R. Wüst

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.