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BERUFSVERBOT: Kanton Luzern nimmt Betreuer im Klassenzimmer unter die Lupe

Um die Gefahr von Übergriffen auf Schüler zu minimieren, werden an den Luzerner Volksschulen Bewerber ab sofort standardmässig auf mögliche einschlägige Strafregistereinträge hin überprüft. Im Fokus stehen dabei nicht die Lehrer.
Um Minderjährige zu schützen, wird neu auch von Klassenassistenzen ein Strafregisterauszug verlangt. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Um Minderjährige zu schützen, wird neu auch von Klassenassistenzen ein Strafregisterauszug verlangt. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Dieser Tage ist den Luzerner Schulleitern eine Weisung aus dem Bildungs- und Kulturdepartement kommuniziert worden. Und auch im aktuellen Newsletter der Dienststelle Volksschulbildung wird darauf verwiesen.

Die von Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss unterzeichnete Order verlangt von den Schulen eine standardmässige Überprüfung potenzieller Betreuungspersonen. Konkret ist von ihnen ein Sonderprivatauszug aus dem Strafregister einzufordern. Ein solcher Auszug gibt Auskunft über allfällig erlassene Berufs-, Tätigkeits-, Kontakt- oder Rayonverbote, sofern diese zum Schutz von Minderjährigen erlassen wurden. Zu Deutsch: In einem Sonderprivatauszug ist vermerkt, wenn jemand irgendwo in der Schweiz wegen Pädophilie mit einem Verbot belegt wurde und nicht mehr mit Kindern arbeiten darf.

«Es ist eine Vorsichtsmassnahme»

Wer aber ist eine «Betreuungsperson»? Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, erklärt auf Anfrage: «Darunter verstehen wir nicht etwa die Lehrerinnen und Lehrer, sondern all jene Leute, die in den Betreuungs- und Tagesstrukturen der Gemeinden beschäftigt oder in Klassen assistierend tätig sind.» Auch Praktikanten und Sozialpädagogen oder beispielsweise Betreuer am Mittagstisch würden in diese Kategorie fallen und ab sofort standardmässig überprüft – «und zwar auch dann, wenn sie nur eine befristete Anstellung haben oder eine Stellvertretung übernehmen».

Charles Vincent betont, dass nicht ein aktueller Vorfall zur Weisung geführt hat. Vielmehr handle es sich dabei um eine Vorsichtsmassnahme. «Gründe dafür sind die steigende Sensibilität in diesem Bereich und die Tatsache, dass aufgrund der ausgebauten Betreuungsstrukturen in den Gemeinden immer mehr Leute in direktem Kontakt mit Kindern stehen. Dadurch nimmt die theoretische Möglichkeit eines Missbrauchs zu, wenn man nichts unternimmt», so Vincent.

Ausgerechnet Lehrpersonen sind aber, wie gesagt, von der neuen Massnahme ausgenommen. Warum? «Weil wir hier bereits einen Schritt weiter sind», sagt Vincent. Tatsächlich verlangt eine andere, schon zweijährige Weisung, dass auch bei Lehreranstellungen ein Sonderprivatauszug aus dem Strafregister zu verlangen ist – allerdings nur, falls der Lebenslauf «Anstellungslücken, häufige Stellenwechsel oder andere Auffälligkeiten» ausweist. «Darüber hinaus haben wir Zugriff auf eine Liste, die seit dem 1. Januar 2004 von der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) geführt wird. Auf dieser Liste werden alle Lehrpersonen aufgeführt, die in einem der Kantone die Unterrichtsberechtigung verloren haben.»

Auch alle angestellten Lehrer werden überprüft

Der Abgleich mit der «Schwarzen Liste» werde in Luzern unterdessen systematisch gemacht, versichert Vincent. Sprich: Bei jeder in Frage kommenden Lehrperson werde überprüft, ob sie auf der Liste figuriere, sofern der Schulleiter eine Auffälligkeit feststelle. Falls die Überprüfung einen Eintrag bestätigt, werde die Person selbstredend nicht angestellt.

Damit nicht genug: «Wir gleichen noch in diesem Schuljahr die Namen sämtlicher bereits angestellter Lehrerinnen und Lehrer mit der EDK-Liste ab», stellt Charles Vincent in Aussicht. Bei diesem sensiblen Thema sind die Volksschulen ganz offensichtlich bestrebt, keine Fehler zu machen.

Christian Peter Meier

christian.meier@luzernerzeitung.ch

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