Kommentar

Beschränkung der Gästezahlen im Ausgang: Der Rückschritt ist leider notwendig

Zuerst der Kanton Zug und jetzt zieht in der Zentralschweiz auch Luzern nach: In Clubs, Bars und anderen Ausgehlokalen dürfen ab Freitag maximal nur noch 100 statt 300 Gäste feiern. Grund: Die schweizweit steigende Zahl der Corona-Neuansteckungen. Der Regierungsentscheid schränkt wiedergewonnene Freiheiten erheblich ein.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben

Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben

Seit 1. Juni hat sich die Zahl der Coronafälle fast versiebenfacht. Die Neuansteckungen pro Tag kletterten wieder in dreistellige Höhen. Der Wert springt gemäss BAG auch immer wieder ins Zweistellige. Insgesamt ist der Anstieg deutlich, Vorsicht ist auf jeden Fall angebracht. Man kann aber derzeit noch nicht von einer zweiten Welle reden. Dafür steigen die Zahlen – zum Glück! – zu wenig schnell.

Klar ist: Die Clubs, Bars und Ausgangslokale sind mitverantwortlich für die steigenden Fallzahlen. Das Publikum verhält sich dort mehrheitlich zu leichtfertig. Superspreader-Fälle kombiniert mit dem viel zu laschen Umgang einiger Lokale mit Gäste-Kontaktdaten haben die Behörden zum Einschreiten veranlasst. Nachdem letzte Woche der Kanton Zug neue Einschränkungen verfügt hat, zieht jetzt Luzern in gleicher Art nach. Statt wie bisher 300 sind ab Freitag nur noch 100 Gäste pro Sektor in Lokalen und bei Veranstaltungen zugelassen. Auch die beiden Basel, Aargau und Solothurn haben die Schraube merklich angezogen.

Die Gästebeschränkung im Ausgang ist ein erheblicher Rückschritt für unsere zurückgewonnenen Freiheiten. Der Einschnitt ist jedoch leider notwendig, um das Risiko von schnell steigenden Ansteckungszahlen zu minimieren. Denn eine zweite Welle gilt es unbedingt zu verhindern. Dort, wo Kontrollsysteme der Lokale und Selbstdisziplin jedes Einzelnen nicht ausreichen, braucht es folglich schärfere Regeln. Eigentlich tragisch.

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