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Beschwerde gegen Hotel Albana gutgeheissen

Das Verwaltungsgericht Luzern hat den Gestaltungsplan der Gemeinde Weggis für das Hotel Albana aufgehoben. Die Investoren bedauern den Entscheid. Anwohner fordern einen runden Tisch.
Das Hotel Albana in Weggis. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Das Hotel Albana in Weggis. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Das Verwaltungsgericht kritisiert, dass die Gemeinde weder Volumenstudien eingeholt noch ein Konkurrenzverfahren durchgeführt hat, wie dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil zu entnehmen ist. Beides hätte sich jedoch wegen der Grösse des Neubaus und des Ortsbildschutzes aufgedrängt.

Das Viersterne-Hotel Albana liegt an exponierter Hanglage. Neben der historischen Villa Köhler soll in der Parkanlage ein Kongresshotel mit knapp 150 Zimmern gebaut werden. Der Bauplan sah ein 93 Meter langes, 39 Meter breites und fünf Geschosse hohes Gebäude vor.

Das Bauvolumen beläuft sich gemäss den Bauplänen auf rund 23'500 Kubikmeter. Der Gemeinderat Weggis genehmigte den Gestaltungsplan «Albana» im März 2011, trotz Einsprachen von Anwohnern, des Innerschweizer Heimatschutzes (IHS) und des Landschaftsschutzverbands Vierwaldstättersee (LSVV) und gegen Bedenken der kantonalen Denkmalpflege.

Gegen diesen Entscheid legten der IHS und der LSVV gemeinsam Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Das Gericht hiess diese Beschwerde gut. Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Streitpunkt Orts- und Landschaftsbild

Wegen des erheblichen Bauvolumens wären die Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild sowie die Umgebung umfassend abzuklären gewesen, hielt das Verwaltungsgericht im Urteil fest. Die dafür notwendigen Volumenstudien seien jedoch nicht eingeholt worden.

Diese Studien hätten gezeigt, wie hoch die städtebaulich verträgliche Dichte sein darf und wie sich Bauvolumen die Umgebung sowie Orts- und Landschaftsbild einfügen. Das Verwaltungsgericht bezeichnete zudem das Nutzungskonzept für das Hotel Albana als «sehr dürftig».

Das in der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Weggis postulierte Vorgehen im Zusammenhang mit Neubauten in der Kur- und Hotelzone sei nicht eingehalten worden. Dieses Versäumnis wiege umso schwerer, als sich das Hotel an äusserst exponierter Lage befinde und Auswirkungen auf die Umgebung sowie das Orts- und Landschaftsbild entsprechend augenfällig seien.

Investorengesellschaft bedauert Entscheid

Hinter dem Bauprojekt steht die Avrora Albana GmbH. «Wir werden das Urteil im Detail studieren und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde das weitere Vorgehen diskutieren», sagte Thomas Borer, Avrora-Berater und ehemaliger Botschafter der Schweiz.

Man bedaure ausserordentlich, dass die gewünschte wirtschaftliche Belebung der Gegend um Weggis verunmöglicht werde und eine erhebliche Verzögerung von notwendigen Investitionen erfolge, sagte Borer auf Anfrage.

Ganz anders klingt es beim Innerschweizer Heimatschutz. Man habe das Urteil des Verwaltungsgerichtes erfreut zur Kenntnis genommen, sagte Sepp Rothenfluh, Obmann des IHS, auf Anfrage. Man habe darauf hingewirkt, dass eine Volumenstudie erstellt werde und nicht nur Variantenstudien mit demselben Bauvolumen vorgelegt würden.

Die Villa Köhler unterliege - in welchem Grad auch immer - dem Denkmalschutz. Ein neues Gebäude müsse sich diesem Hauptgebäude unterordnen, hielt Rothenfluh fest.

Anwohner fordern runden Tisch

Das Urteil sei nur ein erster Schritt, um das Kulturgut Albana für künftige Generationen zu erhalten, sagte Peter Wolf, Sprecher der beschwerdeführenden Anwohner sowie ehemaliger Besitzer des Albana. Nun brauche es einen grossen runden Tisch für eine neue Planung.

Das Hotel Albana wurde vor fünf Jahren von der Avrora Albana GmbH übernommen. Seither steht es leer. Hinter der Gesellschaft steht gemäss Medienberichten der russische Investor Alexander Udodov.

Im Zusammenhang mit dem Kauf der Liegenschaft ist seit Ende März eine Strafuntersuchung der Bundesanwaltschaft wegen Verdachts auf Geldwäscherei gemäss Artikel 305 bis StGB in Gang.

Das Verfahren richtet sich gegen unbekannte Täterschaft. Aus Rücksicht auf die laufende Untersuchung gab es seitens der Bundesanwaltschaft am Mittwoch keine weiteren Informationen.

sda

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