Beschwerde teilweise gutgeheissen: Rothenburg muss für die Sanierung der Stationsstrasse über die Bücher

Verkehrsberuhigung, Lärmschutz, Strassensanierung: Die Gemeinde Rothenburg will an der Stationsstrasse einiges verändern. Doch das Kantonsgericht verlangt eine Überarbeitung des Bauprojekts.

Beatrice Vogel
Drucken
Teilen

Es ist seit Jahren ein Anliegen der Gemeinde Rothenburg: die Sanierung und Umgestaltung der Stationsstrasse. Auf dem Abschnitt zwischen dem Landwirtschaftlichen Altersheim Hermolingen und Flecken will die Gemeinde im Zuge der Sanierung Tempo 30 einführen.

Doch daraus wird weiterhin nichts: Das Luzerner Kantonsgericht hat die Beschwerde eines Anwohners gegen das 2017 bewilligte Bauprojekt teilweise gutgeheissen. Nun muss die Gemeinde das Projekt überarbeiten.

Den Fall vor Bundesgericht weiterziehen, will der Gemeinderat nicht – wegen der geringen Prozesschancen aufgrund der Referenzzahlen vergangener Jahre. Dies, obwohl das Kantonsgericht nach Einschätzung der Gemeinde im vorliegenden Entscheid massiv in die Gemeindeautonomie eingreife, heisst es im «Rothenburg Info».

Erneute Variantenprüfung gefordert

«Im Wesentlichen hat das Gericht verfügt, dass wir nochmals mehrere Varianten prüfen müssen», sagt Philipp Rölli, Geschäftsführer der Gemeinde Rothenburg, auf Anfrage. «Wir werden den Variantenfächer erneut öffnen, mit dem Ziel eine zukunftswürdige Lösung realisieren zu können – unter Einbezug aller beteiligter Parteien.» Eine Variantenprüfung habe es natürlich schon beim ursprünglichen Projekt gegeben, ebenso eine Infoveranstaltung für Anwohner. Bei mehreren hundert Anwohnern und vielen unterschiedlichen Meinungen betreffend Ausgestaltung sei es aber illusorisch, es allen recht machen zu können, sagt Rölli.

So seien etwa die geplanten Engstellen und Höhenversatzungen für die Tempo-30-Zone vom Beschwerdeführer nicht goutiert worden. Auch gebe es Anwohner, die am liebsten die bestehende Lichtsignalanlage mit Fussgängerstreifen beibehalten würden, «was der Kanton in einer 30er-Zone nicht toleriert». Deshalb wolle die Gemeinde für die Neuauflage des Projekts weiterhin nicht nur mit den Fachplanern, sondern auch mit dem Kanton eng zusammenarbeiten. «Und wir werden natürlich die Anwohner im Rahmen einer Informationsveranstaltung anhören», sagt Rölli, «deren Inputs sind uns sehr wichtig.»

Die Gemeinde will gemäss Philipp Rölli das Projekt umgehend anpacken. «Wir hoffen auf gutes Einvernehmen – und dass wir im nächsten Jahr einen Entscheid haben.» Schliesslich soll es nicht noch Jahre dauern, bis die Stationsstrasse saniert werden kann.