Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

BESCHWERDEN: Neue Hotline für Luzerner Landwirte mit Sorgen

Wenn sich Luzerner Bauern von den Behörden missverstanden fühlen, wenden sie sich häufig an den Verband der Luzerner Bäuerinnen und Bauern. Dafür hat dieser nun eigens die «Buure-Hotline» eingerichtet.
Niels Jost
Die neue Beratungsstelle soll Landwirte auch bei rechtlichen Fragen unterstützen. (Bild: Pablo Gianinazzi/Keystone (Quinto TI, 5. Juli 2014))

Die neue Beratungsstelle soll Landwirte auch bei rechtlichen Fragen unterstützen. (Bild: Pablo Gianinazzi/Keystone (Quinto TI, 5. Juli 2014))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Bauer Moser ist frustriert. Soeben hat er die provisorische Steuerrechnung erhalten – sie fällt weit höher aus als erwartet. Was tun? Mit dem ganzen Papierkram kennt er sich zu wenig gut aus; dass er Einsprache erheben kann, ist ihm nicht bekannt. Deshalb wendet er sich an die «Buure-Hotline» des Verbands der Luzerner Bäuerinnen und Bauern (siehe Hinweis). Ein dreiköpfiges Team nimmt das Anliegen entgegen und versucht zu helfen.

Seit diesem Frühling besteht diese Ombudsstelle für die Luzerner Bauern. Wer sich von den Behörden missverstanden oder ungerecht behandelt fühlt, kann sich seither dort melden. Wobei: Ganz neu ist das Angebot nicht, wie Stefan Heller, Geschäftsleiter des Verbands Luzerner Bäuerinnen und Bauern, auf Anfrage sagt. «Unser Verband nimmt seit jeher die Anliegen der Bauern auf.» Die Ombudsstelle sei aber aus zwei Gründen ein Novum: «Erstens, weil wir diesem Angebot nun eigens einen Namen mit einem Logo gegeben haben. Das schafft einen Wiedererkennungswert», sagt Heller und fügt an: «Zweitens wollen wir die Anliegen systematisierter sammeln und bearbeiten.» Da viele Anfragen dasselbe Themengebiet betreffen, wolle man diese neu gemeinsam angehen. Wenn der Verband mit den geballten Anliegen die zuständige Behörde konfrontiert, habe das mehr Gewicht, als wenn nur Einzelfälle beschrieben werden. Heller betont dabei: «Es ist nicht so, dass wir uns bei den Behörden wegen allem und jedem beschweren, sondern erst dann, wenn uns die Bauern konkrete Anliegen kundtun.»

Kein Tag ohne Anfrage

Eine Statistik darüber, wie viele Anliegen bei der «Buure-Hot­line» seit der Einführung eingegangen sind, führt der Bauernverband nicht. Laut Stefan Heller vergeht aber fast kein Tag ohne eingehende Telefone oder ­E-Mail. Die meisten Anliegen betreffen extreme Steuereinschätzungen, oder wenn es Widerstand gegen landwirtschaftliche Bauvorhaben oder Probleme in der Raumplanung sowie bei Zonenplanänderungen gibt, sagte Heller kürzlich gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF. Damit unterscheidet sich die «Buure-Hotline» von der anderen Hilfedienstleistung des Luzerner Bauernverbands «Offeni Tür i de Not», an welche sich die Bauern aber in sozialer oder psychischer Not wenden können.

Bei der «Buure-Hotline» nehmen die drei hauptsächlichen Ansprechpersonen des Bauernverbandes – darunter ein Rechtsanwalt – die Anliegen auf und klären das weitere Vorgehen ab. «Wir versuchen, Fakten zu schaffen und einen guten Dialog mit der zuständigen Dienststelle zu führen – eine Kampfansage an die Behörde ist die ‹Buure-Hotline› nicht», sagt Heller. Vielmehr habe es sich bewährt, durch den regelmässigen Austausch mit den zuständigen Stellen zu einer Lösung zu gelangen.

Hinweis: Die Luzerner «Buure-Hotline» 041 925 80 20 ist im Festnetz kostenlos zu Geschäftszeiten erreichbar.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.