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Besitzerwechsel beim Hotel Bergsonne auf Rigi Kaltbad

Seit mehr als einem Jahr sucht das Besitzerehepaar des Hotels Bergsonne einen Käufer. Die Handänderung ging am Freitag nun über die Bühne. Die neuen Besitzer stammen aus Deutschland und haben bereits einschlägige Erfahrungen in der Hotellerie.
Thomas Heer
Das Hotel Bergsonne auf Rigi Kaltbad. (Bild: PD)

Das Hotel Bergsonne auf Rigi Kaltbad. (Bild: PD)

Willy Camps ist nicht erfreut, als er diese Woche vom Reporter der «Zentralschweiz am Sonntag» kontaktiert wurde. Auf die Frage, was aus den Verkaufsabsichten seines Hotels Bergsonne geworden sei, will Camps keine konkreten Aussagen machen. Nur so viel: Es sei nicht leicht, eine solche Immobilie zu veräussern. Verständlich, handelt es sich bei der «Bergsonne» doch um ein Liebhaberobjekt. Und weiter sagt der heute 62-Jährige: «Ich möchte nicht als 70-Jähriger noch ein Hotel verkaufen müssen.»

Dieses Schicksal wird Willy Camps erspart bleiben. Denn am Freitag ging die Handänderung über die Bühne. Bei der Käuferin handelt es sich um die Hotel Fox Luzern AG, die je zu 50 Prozent Jörn Gatermann sowie Thomas Pfirrmann gehört. Die beiden haben Erfahrungen in der Gastrobranche. Zum einen aufgrund des Hotels Fox, das an der Stadtluzerner Neustadtstrasse betrieben wird. Zum anderen planen die zwei auch einen Hotelneubau in Steinhausen. Das Drei-Sterne-Haus soll dereinst rund 120 Doppelzimmer umfassen und dann vor allem als temporäres Domizil für ausländische Geschäftsleute zur Verfügung stehen.

Eine hervorragende Küche als Markenzeichen

Wie zu erfahren ist, wollen die deutschen Geschäftsleute auf der Rigi auch investieren und die Kapazität der «Bergsonne» von heute 15 auf zirka 23 oder 24 Zimmer erhöhen. Es wird davon ausgegangen, dass die Besucherzahlen auf der «Königin der Berge» in Zukunft noch zunehmen werden. Zumal die Rigi-Bahnen die Transportkapazität in naher Zukunft markant erhöhen wollen.

Der Bereich Gastronomie in der «Bergsonne» wird nach der Übernahme vermutlich verpachtet. Die Resultate in diesem Geschäftsfeld sind bedeutsam und werden auch darüber entscheiden, ob die Erfolgsgeschichte der «Bergsonne» fortgeschrieben wird. Denn bislang gab Willy Camps’ Gattin Dorly in der Küche den Takt an. Dorly Camps hat sich weit über die Region hinaus einen hervorragenden Ruf als Köchin erarbeitet. Der Gastroführer Gault Millau zeichnet die «Bergsonne» mit 15 Punkten aus. «Täglich wechselnde Menus, A-la-carte-Spezialitäten, das Fischfestival, ein saisonales Winter- und Sommermenu, ein Überraschungs- oder Vollwertmenu», heisst es auf der hauseigenen Website. Und weiter ist zu lesen: «Ein abwechslungsreiches kulinarisches Vergnügen, das jedes Essen zum Fest macht.»

Es ist durchaus vorstellbar, dass sich Dorly Camps auch nach dem Verkauf der Liegenschaft nicht vollständig aus der Küche zurückzieht. Und zum Beispiel für besondere Anlässe oder Veranstaltungen auch noch in den kommenden Jahren hinter dem Herd arbeiten wird. Es ist davon auszugehen, dass das Ehepaar Camps die anstehende Wintersaison noch zusammen bestreitet.

Die «Bergsonne» bleibt auch unter den neuen Besitzern ein Ganzjahresbetrieb. Früher, in den schneereicheren Zeiten generierte das Unternehmen rund 70 Prozent des Umsatzes im Winter. Aufgrund der Klimaerwärmung hat sich das Verhältnis Winter-/Sommersaison von einst 70 zu 30 Prozent auf 50 zu 50 Prozent verschoben.

Emil Steinberger öfters in der «Bergsonne»

Die «Bergsonne» ist eng mit dem Namen Camps verbunden. Willy Camps hat fast sein ganzes Leben dort verbracht. Bereits als Sechsjähriger kam er zusammen mit seiner Mutter auf die Rigi. Das Gebäude wurde 1933 erbaut. Ein Jahr später logierten die ersten Gäste in diesem Haus. Dem Betrieb stand damals Willy Camps’ Grossmutter vor, Emmi Renggli-Dahinden.

Während vieler Monate trug sich das Ehepaar Camps mit dem Gedanken, die «Bergsonne» zu verkaufen. Das hängt auch damit zusammen, dass sich innerhalb der Familie kein Nachfolger respektive Nachfolgerin finden liess.

Willy und Dorly Camps haben zwei Kinder. Aber sowohl der Sohn als auch die Tochter sind in Berufen tätig, die nichts mit der Gastronomie zu tun haben. In der Vergangenheit beherbergte die «Bergsonne» auch prominente Gäste. So stieg vor Jahrzehnten im Hotel öfters auch der Kabarettist Emil Steinberger ab. Während einer Klausur auf der Rigi schrieb der Luzerner Künstler das Programm «Feuerabend». Damit ging Steinberger in den 1980er-Jahren erfolgreich auf Tournee.

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