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Bestattungen: Stadt Luzern blitzt beim Kanton ab

Eine tote Person darf erst bestattet werden, wenn das Zivilstandsamt die Bestattungsbewilligung erteilt. Der Stadt Luzern ist dies zu umständlich. Doch die Kantonsregierung pocht auf übergeordnetes Recht.
Robert Knobel
Der Friedhof Friedental in der Stadt Luzern. (Archivbild: Corinne Glanzmann)

Der Friedhof Friedental in der Stadt Luzern. (Archivbild: Corinne Glanzmann)

Seit Anfang 2016 unterhält die Stadt Luzern ein eigenes Kompetenzzentrum für Todesfälle. Die Melde- und Beratungsstelle im Friedhof Friedental unterstützt Angehörige bei allen wichtigen Fragen und nimmt auch Anmeldungen für Bestattungen entgegen.

Doch bevor eine Bestattung tatsächlich durchgeführt werden kann, muss jeweils das Zivilstandsamt eine Bewilligung erteilen. Das Amt stellt auch die offizielle Todesbescheinigung aus - in der Regel aufgrund einer ärztlichen Bestätigung.

Der Luzerner Stadtrat wollte dieses Verfahren nun vereinfachen, indem die Beratungsstelle im Friedental selber die Bestattungsbewilligung erteilen kann: Sobald die Angehörigen einen Todesfall gemeldet und der Arzt den Tod bestätigt haben, sollte die Beerdigung oder die Kremation durchgeführt werden können. «Mit der Änderung wollte man erreichen, dass in Zukunft die Melde-und Beratungsstelle noch effizienter arbeiten kann und das Regionale Zivilstandsamt entlastet wird», sagt Pascal Vincent, Leiter Friedhof bei der Stadt Luzern.

Der Tod muss zuerst im Register eingetragen werden

Für das vereinfachte Verfahren bräuchte es allerdings eine Anpassung der kantonalen Bestattungsverordnung. Und davon will die Kantonsregierung nichts wissen. Sie lehnt das Änderungsgesuch der Stadt mit Verweis auf Bundesrecht ab. Dieses besage nämlich, dass keine Leiche bestattet werden darf, solange der Tod nicht im Personenstandsregister vermerkt ist. Mit anderen Worten: Das Zivilstandsamt muss auf jeden Fall zuerst die nötigen Formalitäten erledigen, bevor jemand bestattet werden kann.

Die von der Stadt beabsichtigte Entlastung des Zivilstandsamts wäre also gar nicht möglich. Zudem: Bei Todesfällen infolge von Gewaltverbrechen reicht selbst die Bewilligung des Amts nicht aus. Dann darf erst die Staatsanwaltschaft die Leiche zur Bestattung freigeben. Bei der Stadt Luzern bedauert man die abschlägige Antwort des Regierungsrats. Man habe gehofft, dass die Beratungsstelle im Friedental noch flexibler, effizienter und kundenfreundlicher arbeiten könne, sagt Pascal Vincent. Das Regionale Zivilstandsamt sowie die Stadtgärtnerei hätten die Änderung sehr begrüsst, betont Vincent.

Meldung innert zwei Arbeitstagen

Die Melde- und Beratungsstelle im Friedhof Friedental besteht seit 2016 und ist jeweils zu normalen Bürozeiten geöffnet. Seither ist das Büro im Friedental die erste Anlaufstelle für Angehörige nach dem Tod einer nahestehenden Person. Sie müssen den Todesfall innert zwei Arbeitstagen melden und erhalten danach Beratung zu den wichtigsten Dienstleistungen und Formalitäten sowie zur Vorbereitung der Beerdigung.

Mit der Eröffnung des Friedental-Büros verfolgte die Stadt von Anfang an das Ziel, das Zivilstandsamt zu entlasten. In der Stadt Luzern wurden im Jahr 2017 insgesamt 893 Verstorbene bestattet, im Vorjahr waren es 849. Der allergrösste Teil davon, rund 90 Prozent, sind Kremationen. Erdbestattungen finden hingegen nur noch wenige statt.

Die Beratungsstelle im Friedhof Friedental ist über Telefon 041 240 09 67 oder www.friedhof.stadtluzern.ch erreichbar.

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