Betreibungen in Emmen «nicht seriös»

Je mehr Fälle Emmens Betreibungsbeamte bearbeiten, desto mehr verdienen sie. Ein Experte kritisiert das System scharf.

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Was die betroffenen Bürger in finanzielle Schwierigkeiten bringt, lässt bei Willy Lustenberger, dem Leiter des Emmer Betreibungsamtes, die Kasse klingeln. Je mehr Betreibungen die Gemeinde ausspricht - letztes Jahr waren es 10 796 - desto mehr verdient Lustenberger. Der Amtsleiter erhält nämlich kein fixes Salär, sondern wird pro Betreibung entlöhnt. Das sogenannte Sportelsystem besagt, dass ein Betreibungsbeamter die gesetzlichen Gebühren (Sporteln) behalten kann. Diese betragen rund 150 Franken pro Betreibung. Für den Emmer Chef-Betreibungsbeamten ein lohnendes Geschäft.

Über 200'000 Franken Lohn

Gegenüber der «SonntagsZeitung» erklärte Lustenberger, dass er dank dem Provisionssystem über 200'000 Franken pro Jahr verdiene. Zum Vergleich: Ein Luzerner Regierungsrat erhält im ersten Amtsjahr 239'875 Franken. Bei Stefan Broger, Präsident der Schweizer Betreibungs- und Konkursbeamten, stösst das Sportelsystem auf Kritik. Das Problem: Weil die Betreibungsbeamten nach wirtschaftlichen Kriterien handeln, versuchen sie den Personalaufwand möglichst gering zu halten, um möglichst viele Fälle selbst zu bearbeiten.

Daniel Schriber

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.