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BETTAG: Eselspreis geht an Fledermausschützer

An der Bettagswanderung von Ruswil nach St. Ottilien in Buttisholz ist am Sonntag traditionsgemäss wieder ein Esel mitgewandert. Und Eselin Stella wurde dabei eine Gemeinsamkeit mit Fledermäusen attestiert.
Monika Van De Giessen
Von links: Madeleine und Bruno Studer mit dem Eselspreis, Marcel Sonderegger (Organisator) und Kathrin Stirnimann (Eselbesitzerin) mit Eselin Stella. (Bild: Dominik Wunderli (17. September 2017))

Von links: Madeleine und Bruno Studer mit dem Eselspreis, Marcel Sonderegger (Organisator) und Kathrin Stirnimann (Eselbesitzerin) mit Eselin Stella. (Bild: Dominik Wunderli (17. September 2017))

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch

Bereits zum 19. Mal fand am Sonntag die Bettagswanderung statt. Sie wird von der Projektgruppe «Wieder mehr Sonntag» organisiert. Ziel ist, die Bedeutung des Sonntags als Ruhetag zu unterstreichen. Der Sonntag werde immer mehr kommerzialisiert. «Wir wollen keine 24-Stunden-Gesellschaft», betonte Organisator und Projektleiter Marcel Sonderegger aus Sursee.

Die rund 4 Kilometer lange Wanderung führte ab Ruswil auf dem Kapellenweg nach Sankt Ottilien, Buttisholz, vorbei an der Eschkapelle und der Kapelle Sankt Ulrich. Werner Wandeler, Historiker aus Ruswil, stellte die jeweiligen Gotteshäuser den rund siebzig Teilnehmern vor. Die drei Landeskirchen und die Luzerner Regierung stellen den Bettag jeweils unter ein Motto. «Zusammen halten. Zusammenhalten» lautete das diesjährige Motto.

«Eselin ist ein Goldstück»

Es ist Tradition, dass ein oder mehrere Esel die Wanderer begleiten. Gestern war es die Eselin Stella der Familie Stirnimann vom Hof Etzenerlen, Ruswil. Warum Eselswanderung? «Der Esel steht für Ausdauer, Beharrlichkeit, Genügsamkeit und Treue zu sich selber», sagte Marcel Sonderegger. Die Bezeichnungen «du bist ein Esel» oder «der störrische Esel» sind für das Tier eine Beleidigung. «Esel sind sehr schlaue Tiere. Sie wissen genau, was für sie gut ist», so Sonderegger. Diese Aussage kann Kathrin Stirnimann nur unterstreichen: «Eselin Stella ist ein Goldstück. Sie weiss genau, was sie tun muss, und sie gibt nie auf.»

Erstmals auf der Wanderung dabei waren Lisbeth und Alois Wey aus Entlebuch. Lisbeth Wey findet den Grundgedanken der Projektgruppe, «wieder mehr Sonntag», sehr schön. Es sei sicher nicht das letzte Mal, dass sie an einer Bettagswanderung teilgenommen habe. Das Ganze sei sehr unkompliziert. «Alle sind irgendwie geerdet», sagt die Entlebucherin. «Wieder mehr Sonntag» sei eine gute Bewegung, fand Teilnehmer Peter Stöckli aus Ruswil. Wie jedes Jahr begann die Wanderung mit einem Gottesdienst. Pfarreileiter Christof Hiller-Egli aus Ruswil richtete in seiner Predigt den Fokus auf das Motto der Landeskirchen «Zusammen halten. Zusammenhalten». Mitgestaltet wurde der Festgottesdienst durch die Trachtenvereinigung Ruswil.

Höhepunkt der Bettagswanderung ist jeweils die Verleihung des Eselspreises. Bruno und Madeleine Studer-Ceresa durften die Eselstrophäe, ein metallener Esel auf einem Holzsockel, für ihr beeindruckendes Engagement im Fledermausschutz entgegennehmen. «Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Es ist für uns ein grossartiges Zeichen der Wertschätzung.» Sie hätten auch kein Problem damit, dass ihre Eigenschaften mit denen eines Esels verglichen würden. Manuel Lingg, kantonaler Fledermausschutzbeauftragter, hielt die Laudatio. «Sowohl der Esel wie auch die Fledermäuse geniessen nicht immer das beste Image. Und wie sich diese Preisvergabe auch dafür einsetzt, dass die treuen und verdienten Esel etwas Hochachtung erfahren, könnten nun zusammen mit den diesjährigen Preisträgern auch die Fledermäuse ins bessere Licht gerückt werden.»

Seit 25 Jahren betreuen Bruno und Madeleine Studer-Ceresa die Wochenstube der Grossen Mausohren im Dachstock der Kapelle St. Ottilien. Dabei handelt es sich laut Lingg um ein äusserst wertvolles Quartier einer selten gewordenen Fledermausart im Kanton Luzern. Es sei mit Abstand die grösste Kolonie dieser Art im Kanton Luzern. Maus­ohren wiegen nur gerade mal 35 Gramm. Als sogenannte Quartierbetreuer hätten die Preisträger die Aufgabe übernommen, die Kolonie zu überwachen. Madeleine und Bruno Studer-Ceresa würden sich verdientermassen in die Liste der Eselspreis­träger einreihen. «Der Eselspreis passt gut zu den Fledermausschützern», sagte der Fledermausschutzbeauftragte.

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