Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

BEVÖLKERUNG: Die kleinen Gemeinden sind jünger

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen variiert in der Region Luzern stark. Wichtig für Junge sind attraktive Aussenräume, das Freizeitangebot – und vor allem günstiger Wohnraum.
Hugo Bischof
Bild: Grafik LZ

Bild: Grafik LZ

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

In Adligenswil hat sich der Anteil älterer Personen an der Gesamtbevölkerung in den letzten 25 Jahren mehr als verfünffacht – von 3,6 Prozent im Jahr 1991 auf 19,2 Prozent im Jahr 2015. Bis 2030 soll der Anteil der über 65-Jährigen in der einst jüngsten Gemeinde des Kantons gar auf 29,1 Prozent ansteigen. So lautet die Prognose des Statistikamts des Kantons Luzern Lustat (Ausgabe vom 5. August). Ein Grund dafür ist, dass immer mehr Junge von Adligenswil wegziehen – wegen fehlenden Wohnraums, aber auch, weil sie eher urban leben wollen.

Der Anteil der älteren Bevölkerung nimmt generell zu. Gemäss Lustat wuchs die Gesamtbevölkerung im Kanton Luzern zwischen 2001 und 2015 um 14 Prozent. Den stärksten Zuwachs (von 14,6 auf 17 Prozent) verzeichnete die Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren. Die 20- bis 64-Jährigen legten ebenfalls zu (+1,9 Prozentpunkte auf 62,4 Prozent). Der Anteil der ­ 0- bis 19-Jährigen ging hingegen zurück (um 4,2 auf 20,7 Prozent).

Honau an der Spitze der Rangliste

Wie sieht es bezüglich Anteil der 0- bis 19-Jährigen in der gesamten Agglomeration Luzern aus? Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Gemeinde, desto grösser ist der Anteil der jungen Bewohner. Spitzenreiter diesbezüglich ist Honau (siehe Tabelle). Hier sind 25,5 Prozent der Einwohner unter 20 Jahre alt. Mit total 380 Einwohnern ist Honau die kleinste Gemeinde der Agglomeration Luzern. Auf den Rängen dahinter folgen ebenfalls Gemeinden mit einer zahlenmässig eher kleinen Bevölkerung. Klares Schlusslicht ist die Stadt Luzern. Hier sind nur 15,7 Prozent der Bevölkerung unter 20-jährig. «Ohne die Fusion mit Littau wäre der Anteil jüngerer Bewohnerinnen und Bewohner sogar noch geringer», sagt Sarah Grossenbacher, Projektleiterin Stadtentwicklung. Luzern ist übrigens die Stadt mit dem zweitgrössten Anteil an älteren Personen in der Schweiz.

Die Problematik ist erkannt. Um einer weiteren Überalterung vorzubeugen, hat die Stadt Luzern Massnahmen in die Wege geleitet. Dazu gehören die ­Wohnbauoffensive, mit welcher der Anteil an gemeinnützigen Wohnun­gen auf 16 Prozent erhöht werden soll. «Ziel ist eine bessere sozialräumliche Durchmischung», so Grossenbacher: «Wir weisen auch private Bauherrschaften im Rahmen von Gestaltungs- und Bebauungsplänen darauf hin, Wohnungen für alle sozialen Gruppen zu erstellen.» Im Fokus stehe auch die Aussenraumgestaltung: «Wenn wir attraktive Aussenräume in der Stadt haben, wo sich Menschen aufhalten können, werden wir auch für Familien mit Kindern wieder interessanter.»

Verhältnismässig viele Junge in Emmen

Für eine grosse Gemeinde leben verhältnismässig viele Junge in Emmen. «Wir haben ein breites Angebot für Junge», sagt dazu Gemeinderat Thomas Lehmann (FDP). Er nennt als Beispiel «Midnight Basket», bei dem Jugendliche ab der Oberstufe gratis diverse Sportarten ausüben können. Dazu kämen zwei Fussballclubs, die sehr viel für Junge tun würden, und «ein sehr aktives Jugendbüro». Für Familien attraktiv sei Emmen unter anderem, weil es viele Naherholungsgebiete in der Nähe gebe: «Reuss, Riffig, dazu viele Areale mit Wald.» Dazu komme, dass Emmen relativ viel günstigen Wohnraum biete: «Auch bei der neuen Überbauung Feldbreite legten wir Wert darauf, dass es hier auch Wohnungen für Junge und Familien gibt.»

Der Anteil der Altersgruppen in den einzelnen Gemeinden hat sich von 1991 bis 2015 unterschiedlich verändert. Nach Adligenswil den markantesten Rückgang an Einwohnern im Alter von 0 bis 19 Jahren erlebte Udligenswil – von 33,4 auf 23,4 Prozent (in Root war der Rückgang von 25,5 auf 23,6 Prozent vergleichsweise gering). Wobei 23,4 Prozent in Udligenswil immer noch ein vergleichsweise hoher Wert ist, wenn man es mit anderen Gemeinden vergleicht.

Auch der Anteil der über 65-Jährigen stieg in Udligenswil vergleichsweise stark – von 7,1 auf 16,2 Prozent. «Bei uns geht es wohl in die gleiche Richtung wie in Adligenswil», bestätigt Gemeinderat Marco Zgraggen (CVP). Auch hier bleibt die Gemeinde nicht untätig. Im Dorfzentrum soll mehr Wohnraum entstehen. «Zur Verlegung des Ökihofs hat die Bevölkerung klar Ja gesagt», sagt Zgraggen. Der Bebauungsplan Udligenswil Mitte stehe kurz vor der Vollendung: «Die Gemeinde wird hier nicht selber bauen, wir stehen aber in intensivem Kontakt mit der Baugenossenschaft Udligenswil. Ziel ist es, dass hier bezahlbarer Wohnraum entsteht, damit wieder mehr junge Uedliger und ­Familien in Udligenswil bleiben können.»

Im ganzen Kanton ist Doppleschwand am jüngsten

Im ganzen Kanton Luzern hat übrigens gemäss Lustat-Statistik aus dem Jahr 2015 die Region Michelsamt/Surental mit 24,6 Prozent Unter-20-Jährigen die jüngste Wohnbevölkerung. Überdurchschnittlich viele Personen mit einem Alter von über 65 Jahren leben neben der Stadt Luzern in der Kernagglomeration (18,7 Prozent) und im Entlebuch (17,6 Prozent).

Und wer hat Adligenswil als «jüngste Gemeinde» abgelöst? Es dürfte Doppleschwand sein mit einem Anteil von 29,1 Prozent der 0- bis 19-Jährigen (Stand Ende 2012). In Doppleschwand ist dafür der Anteil der Bevölkerung im sogenannten erwerbs­fähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren relativ tief (56,5 Prozent). Deutlich höher ist dieser in der Stadt Luzern oder in den Rontaler Gemeinden Gisikon, Dierikon und Honau (siehe Tabelle).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.