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BEVÖLKERUNG: Sursee knackt bald die historische Marke

Im zweiten Halbjahr dürfte Sursee 10'000 Einwohner zählen und dann offiziell als Stadt gelten. Damit ist die Position als Zentrum der Luzerner Landschaft gefestigt – aber auch dank einer anderen Zahl.
Sursee kann nur noch gegen innen wachsen – denn schon heute verschwimmen die Gemeindegrenzen. (Bild: Dominik Wunderli (25. Januar 2018))

Sursee kann nur noch gegen innen wachsen – denn schon heute verschwimmen die Gemeindegrenzen. (Bild: Dominik Wunderli (25. Januar 2018))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

97 Personen: So viele Einwohner fehlten Sursee Ende des letzten Jahres noch, um die 10 000er-Marke zu erreichen. Dies dürfte die Gemeinde in der zweiten Jahreshälfte schaffen, wie die «Surseer Woche» kürzlich berichtete. Damit darf sich Sursee offiziell als Stadt bezeichnen (siehe Kasten).

Das freut Stadtpräsident Beat Leu (CVP), wie er auf Anfrage sagt. «Damit kommen wir in eine andere Kategorie und können uns mit anderen Schweizer Städten vergleichen.» Gesetzlich ändert sich allerdings nichts für Sursee. Denn die Bezeichnung «Stadt» ist eher statistischer Natur.

Mehr Beschäftigteals Einwohner

Ohnehin ist Sursee mehr als seine (künftigen) 10000 Einwohner. Dies verdeutlicht die folgende Zahl: Mit 13269 Beschäftigten (Stand 2015) zählt Sursee mehr Arbeiter als Einwohner. Das entspricht einer Beschäftigungsquote von 1,4 pro Einwohner – ein Spitzenwert im ganzen Kanton, wie die Zahlen von Lustat Statistik Luzern zeigen. Nur Altishofen hat mehr Beschäftigte pro Einwohner, nämlich 1,5. Gleichauf wie Sursee liegt Dierikon mit derselben Quote. Viel wichtiger für Sursee dürfte aber sein, dass es seine Position als wirtschaft¬liches Zentrum der Luzerner Landschaft halten kann – noch vor den anderen grossen Land¬gemeinden wie Willisau und Hochdorf. Diese beiden bieten deutlich weniger Arbeitsplätze: Willisau deren 4948 (pro Einwohner 0,64) und Hochdorf 4967 (pro Einwohner 0,51). Für Beat Leu ist diese Rangliste allerdings weniger von Bedeutung. «Wir stehen nicht im Konkurrenzkampf», sagt er. «Ich mag
jeder Gemeinde eine gesunde Wirtschaftskraft gönnen.»

Zurück zur 10 000er-Marke: Diese hätte man eigentlich schon vor Jahren erreichen sollen, wie der ehemalige Stadtpräsident Ruedi Amrein (CVP) auf Anfrage sagt. Mehr noch: Bereits während seiner Amtszeit von 2000 bis 2012 hatte es sich der damalige Gesamtstadtrat zum Ziel gesetzt, diese historische Marke zu erreichen. «Wachstum ja, aber nicht zu jeden Preis», lautete damals die Devise. «Mit dieser Grösse hätten wir Sursee als wirtschaftliches Zentrum der Luzerner Landschaft stärken können», erklärt Amrein weiter. Deshalb habe er sich auch stets für einen Zusammenschluss mit den Nachbargemeinden starkgemacht.

Das Wort «Fusion» fällt auch im Gespräch mit dem aktuellen Stadtpräsidenten. Denn wegen des Bevölkerungswachstums hat Sursee bald seine natürlichen Grenzen erreicht, wie Beat Leu sagt. «Mit der Verdichtung gegen innen haben wir zwar noch etwas Luft nach oben.» Doch die Grenzen zu den umliegenden Gemeinden verschwimmen immer stärker – gerade jene zu Oberkirch und Mauensee. «Dieser Trend führt bereits jetzt zu einem – mindestens räumlich – fusionsähnlichen Gebilde», so Leu.

«Sursee liegt auf wichtigster europäischer Achse»

Dass Sursee bald seinen 10 000. Einwohner feiern wird, ist nicht ganz zufällig. Die Grundlage hierfür ist historisch gewachsen. «Sursee liegt auf der wichtigsten europäischen Achse Hamburg–Sursee–Rom», sagt Ruedi Amrein. Es sei insbesondere dieser guten Lage zu verdanken, dass die Stadt seit jeher eine Zentrumsfunktion wahrnehmen könne – «begonnen mit dem Handel über den Gotthard, später mit der Erschliessung der Eisenbahn im Jahr 1856 und schliesslich mit dem Anschluss an die Autobahn 1981». Doch auch die Bevölkerung habe zum heutigen Stellenwert beigetragen. «Die ‹Soorser› haben sich immer getraut, selbst die Initiative zu ergreifen.» Das zeigte sich etwa in der 1800 gegründeten Musik- und Theatergesellschaft, die Mitte des damaligen Jahrhunderts auch ein eigenes Stadttheater erhielt – ein eminent wichtiger Schritt, um sich gegenüber der Stadt Luzern abzuheben. Oder an der 1822 erstellten Sekundarschule – die erste im ganzen Kanton. «Oftmals war die Bevölkerung sogar mutiger als ihr Stadtrat», so Amrein.

Das Wachstum bedeutet aber nicht nur Gutes. Besonders die Infrastruktur kommt irgendwann an ihre Grenzen. «Eine grössere Bevölkerung beansprucht automatisch auch mehr Schulraum, Wohnungen, Platz im Verkehr oder im kulturellen und im sportlichen Bereich», sagt Beat Leu. Noch könne man das Wachstum aber schlucken – und schliesslich dauert es ja noch eine Weile, bis sich die verbleibenden 97 Personen in Sursee einschreiben.

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