Video

Die Bevölkerung des Kantons Luzern ist zufrieden – die Steuerpolitik eckt aber an

Luzernerinnen und Luzerner fühlen sich laut der neusten Bevölkerungsbefragung 2019 sicher und sind zufrieden mit der Arbeitsplatzsituation, dem öffentlichen Verkehr und den Bildungsangeboten. Kritisch äusserten sich die rund 4100 Befragten hingegen zur Steuerpolitik.

Drucken
Teilen

(zim) Gegenüber 2013 hat sich bei den nun vorliegenden Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung 2019 des Luzerner Statistikamts (Lustat) vor allem der Anteil jener Personen merklich zugenommen, die sich nachts im eigenen Wohnquartier sicher fühlen. In der neusten Befragung geben laut einer Mitteilung der Staatskanzlei Luzern vom Montag 85 Prozent an, sich in dieser Umgebung sicher zu fühlen. Allerdings stagnierte das Sicherheitsgefühl von jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren bei rund 70 Prozent, während Frauen in der Altersgruppe zwischen 65 und 79 Jahren sich deutlich sicherer fühlen.

Der Bereich Sicherheit sei ein gutes Beispiel dafür, wie Rückmeldungen aus den Bevölkerungsbefragungen in die politische Steuerung einfliessen und zu politischen Massnahmen führen, wird Regierungspräsident Paul Winiker in der Mitteilung zitiert. Und Winiker stellt weiter fest:

«Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Luzerner Polizei ist hoch – und sie ist seit der letzten Befragung zum Thema Sicherheit weiter gestiegen.»

In der politischen Würdigung der Bevölkerungsbefragung 2019 sieht der Winiker auch die zahlreichen Massnahmen zur Attraktivierung des Standorts, zur Förderung der Innovation und zur Belebung der Wirtschaft bestätigt. Diese Massnahmen würden nicht nur der Wirtschaft im engeren Sinne dienen, sondern kämen allen Luzernerinnen und Luzernern zugute.

9 von 10 Personen sind mit dem Bildungsangebot zufrieden

Gute Noten erhält in der Bevölkerungsumfrage das Bildungsangebot im Kanton Luzern: Fast 90 Prozent der Befragten äussert sich dazu positiv und 8 von 10 Personen sind mit der Qualität des Bildungsangebots zufrieden. Ebenso viele taxieren ihre eigene Ausbildung als gut.

Zwei Drittel werten das Arbeitsplatzangebot als gut bis sehr gut und 78 Prozent sind der Ansicht, die Arbeitsorte seien gut erreichbar. Die Digitalisierung, den Abbau administrativer Hürden sowie die Investitionen in die Erreichbarkeit des Werkplatzes Luzern zählt Winiker auch mit zur Standortförderung.

An der Steuerpolitik scheiden sich die Geister

Die Zufriedenheit mit der Steuerpolitik ist bei der Bevölkerung des Kantons Luzern gesunken. Dazu Paul Winiker:

«Das ist ein Ausreisser in der ansonsten sehr positiven Bilanz dieser aktuellen Befragung.»

Die sinkende Zustimmung zur Steuerpolitik lasse sich einordnen, sagt Winiker. Zum einen steigen die Erwartungen und Forderungen an den Staat. Wer nicht zufrieden sei, wo der Staat spart oder mehr ausgibt, sage das immer deutlicher. Zum anderen habe die Befragung im Wahljahr 2019 stattgefunden. Die Wahlkampfauftritte der Parteien und die Polarisierung der Politik sei aus seiner Sicht eine mögliche Erklärung für die zwiespältigen Rückmeldungen aus der Bevölkerung».

Paul Winiker unterstreicht in seiner Stellungnahme, dass der Regierungsrat dem Auftrag verpflichtet ist, mit einem optimalen Einsatz der Steuermittel ein Maximum an öffentlichen Leistungen bereitzustellen.

Paul Winiker zeigt sich erfreut über die insgesamt positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung – insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Mobilität und Sicherheit. «Das Gesamtpaket Luzern stimmt», sagt er und fügt an: «Ich kann mir sogar vorstellen, dass gewisse Politikleistungen – gerade Leistungen im Bereich Gesundheit und Sicherheit – während der Coronakrise noch mehr geschätzt worden sind als zum Zeitpunkt der Befragung».

Mehr zum Thema