BEWEGUNG: Linke fordern mehr Fitnessgeräte in der Stadt Luzern

In den USA, in China oder in Zürich gehören Hobby-Turner bereits zum Stadtbild. Geht es nach der SP, sollen auch Luzerner künftig in Pärken gratis trainieren können.

Gabriela Jordan
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Outdoor-Fitnessanlagen wie diese hier bei der Sihlcity in Zürich könnten einst auch in der Stadt Luzern stehen. (Bild: Sportamt Zürich)

Outdoor-Fitnessanlagen wie diese hier bei der Sihlcity in Zürich könnten einst auch in der Stadt Luzern stehen. (Bild: Sportamt Zürich)

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Freiluftfitnessgeräte sind in den letzten Jahren weltweit wie Pilze aus dem Boden geschossen. Ob in den USA, Südamerika, China oder Europa – die Sportinstallationen mit den hippen Bezeichnungen «Urban Cross Fit», «Bootcamp» oder «Street Workout» sind mittlerweile in zahlreichen Städten zu finden.

Auch in Luzern will man jetzt auf diesen Trend aufspringen: Die SP/Juso-Fraktion verlangt, dass in Pärken und auf Spielplätzen «einfache Fitnessgeräte» aufgestellt werden. In einem jüngst eingereichten Postulat fordert sie den Stadtrat auf, zu überprüfen, ob es in Luzern geeignete Plätze dafür gibt.

«Was der Vita Parcours in den 80er-Jahren war, ist für die heutigen urbanen jungen Menschen das ‹Bootcamp›», schreiben die Unterzeichner Luzia Vetterli und Gianluca Pardini im Vorstoss. Diese Art der Sportausübung sei attraktiv, weil sie für die Nutzer komplett kostenlos und sozial sei und die eigene Stadt dabei auf spielerische Weise erkundet werden könne. «Es gibt immer mehr Leute, die in der Stadt selber Sport machen und am Abend einfach kurz durch die Gassen Joggen gehen», sagt Gianluca Pardini auf Anfrage. «Sie könnten von solchen Geräten profitieren. Auch für städtische Sportvereine könnten sie von Nutzen sein.»

Ein vergleichbares Angebot gibt es in der Region zum Beispiel schon mit dem Bewegungsparcours «Playfit» bei der Bergstation der Sonnenbergbahn oberhalb von Kriens – mitten in der Stadt aber eben noch nicht. Riesige Outdoor-Fitnessanlagen wie etwa in San Francisco haben die beiden Grossstadträte allerdings nicht im Sinn. Laut Pardini zielt der Vorstoss auf kostengünstige, einfache Stahlkonstruktionen oder andere Geräte ab, die ohne grossen Aufwand aufgestellt werden könnten. Denkbar sei zum Beispiel, bestehende Kinderspielplätze mit Klimmzugstangen zu ergänzen, oder neue Anlagen in Pärken aufzustellen – beispielsweise in der Ufschötti. Wo sich die Anlagen dann schlussendlich befinden könnten, diese Entscheidung überlassen die Postulanten dem Stadtrat.

Gratis-Bälle und Schläger für die Bevölkerung

Nebst möglichen Standorten soll der Stadtrat ebenfalls prüfen, ob auf den Spielplätzen Material wie Bälle, Schläger oder Frisbees deponiert werden könnte, das allen zugänglich ist. Sowohl Kinder als auch Erwachsene dürften dann von den neuen Anlagen Gebrauch machen. «Die Plätze könnten spielerisch gestaltet werden», sagt Pardini. «Selbstverständlich müsste man auch darauf achten, dass sich das neue Angebot nicht mit den bestehenden Nutzungen beisst.»

Erfahrungen mit Freiluftfitnessgeräten hat in der Schweiz unter anderem die Stadt Zürich gemacht. Seit bald drei Jahren steht eine Anlage in der Nähe der Saalsporthalle gegenüber dem Sihlcity. Laut dem Sportamt Zürich wird das «Muckigestell» rege genutzt und kommt bei der Bevölkerung gut an – vor allem, da es kostenlos ist. Auf Tafeln seien jeweils Übungsbeispiele aufgeführt, damit man die Geräte effizient und gesundheitsschonend benutzt. Zwei weitere Anlagen werden vom akademischen Sportverband Zürich betrieben.

Zurück nach Luzern: Rückmeldungen zum Postulat hat Pardini von den übrigen Fraktionen noch keine vernommen. Bevor der Vorstoss im Parlament besprochen wird, wird sich erst die Stadtverwaltung damit befassen. Mitte April wird entschieden, welche Direktion dies sein wird.