Kommentar
Bewilligungsentzug für Luzerner Arzt: Die Quittung für Regelverstösse

Der Kanton Luzern entzieht einem Arzt die Erlaubnis zu praktizieren. In seinen Kreisen dürfte der Mann, der die Schweiz mit der DDR vergleicht, als Märtyrer gefeiert werden. Doch es ist verständlich, dass der Kanton nicht alles durchgehen lässt.

Dominik Weingartner
Merken
Drucken
Teilen

Längst ist aus der Pandemie eine Art Glaubenskrieg geworden – die Lager stehen sich zunehmend unversöhnlich gegenüber. Die eine Seite sieht schon fast den Untergang des Abendlandes kommen, wenn jemand seine Maske nicht korrekt trägt – der Nasenbär lässt grüssen. Auf der anderen Seite hingegen wähnt man sich in einer Diktatur, in der das Volk mit Hilfe eines harmlosen Virus geknechtet werden soll. Zur zweiten Gruppe gehört der Ebikoner Arzt, dem der Kanton Luzern nun vorsorglich die Praxis-Bewilligung entzogen hat. Grund sind Verstösse gegen Vorschriften, die zum Schutz vor dem Coronavirus erlassen wurden, etwa das Tragen einer Maske in der Arztpraxis. Der Mediziner sorgt nicht zum ersten Mal für Schlagzeilen. So soll er vergangenes Jahr wahllos Dispensationen von der Maskenpflicht für Gleichgesinnte unterschrieben haben, ohne die «Patienten» gesehen zu haben. Zudem spricht er regelmässig an Demonstrationen von sogenannten Coronaskeptikern und stellte den Tod eines Patienten in Zusammenhang mit der Covid-Impfung.

Kürzlich verglich er in einem Fernsehinterview die heutigen Zustände in der Schweiz mit jenen in der DDR. Auch wenn der Arzt den Entzug seiner Bewilligung als weiteren Beleg für diesen haltlosen Vergleich sehen wird: Er irrt. In einer Diktatur wird man schon für nicht genehme Ansichten mundtot gemacht. Die Bewilligung als Arzt zu praktizieren wurde dem Mann aber nicht wegen seiner Meinung entzogen, die er in unserem demokratischen Staat selbstverständlich frei äussern darf. Sondern weil er nach Meinung des Kantons gegen Vorschriften verstossen hat. Jetzt erhält er dafür die Quittung. In seinen Kreisen wird er dafür wohl als Märtyer gefeiert. Aber es ist verständlich, dass der Kanton die Reissleine zieht.