Bezirk Küssnacht legt Projekt einer neuen Asylunterkunft auf Eis

Der Bezirksrat hat die Pläne für einen Ersatzneubau im Gebiet Luterbach auf Eis gelegt – wegen neuer Lösungsansätze.

Susanne Balli
Drucken
Teilen
Blick auf die Wohncontainer im Luterbach in Küssnacht. Jene links werden als Asylunterkunft genutzt, jene rechts nicht mehr. Die Container der Südumfahrung sind nicht auf dem Bild.

Blick auf die Wohncontainer im Luterbach in Küssnacht. Jene links werden als Asylunterkunft genutzt, jene rechts nicht mehr. Die Container der Südumfahrung sind nicht auf dem Bild.

Bild: PD

Im Gebiet Luterbach im Bezirk Küssnacht hätte eine neue Asylunterkunft gebaut werden sollen. Der Ersatzneubau sollte die bisherige Containeranlage ersetzen und 65 Asylsuchenden, vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlingen Platz bieten. Der Verpflichtungskredit für die Planung in der Höhe von 350'000 Franken hätte der Bevölkerung an der Bezirksgemeinde am 6. April zur Beratung unterbreitet werden sollen. Doch jetzt verschwindet der Plan für den Ersatzneubau in der Schublade. Ob und wann er verwirklicht wird, ist derzeit offen.

Der Küssnachter Bezirksrat hat das Sachgeschäft «aufgrund neuer möglicher Lösungsansätze» vorläufig sistiert, wie er in einer Mitteilung schreibt. «Zwischen Dezember und Januar sind mehrere Grundeigentümer an uns gelangt und haben uns ein Angebot unterbreitet», sagt Bezirksammann Armin Tresch auf Anfrage. Dabei handle es sich um private Objekte/Wohnungen, welche künftig Asylsuchenden allenfalls zur Verfügung gestellt werden können.

Man braucht Zeit für Abklärungen

Das Ressort Soziales und Gesellschaft hat nun vom Bezirksrat den Auftrag erhalten, die Angebote zu prüfen und Verhandlungen mit Grundeigentümern zu führen. Damit will der Bezirksrat die Grundlagen für eine «breit abgestützte Entscheidungsfindung» schaffen. «Es muss zum Beispiel geklärt werden, ob langfristige Verträge mit den privaten Anbietern möglich sind», erklärt Armin Tresch. Entsprechend sei das vorliegende Sachgeschäft noch nicht spruchreif und darum sistiert worden. Weil die Zeit für gründliche Abklärungen bis zur nächsten Bezirksgemeinde im April nicht mehr reicht, will der Bezirksrat das Geschäft aufgrund der neu erarbeiteten Sachlage vors Volk bringen. Wann, steht noch nicht fest.

Der Verteilschlüssel des Bundes sieht für Küssnacht vor, dass bis zu 117 Asylsuchende und Flüchtlinge aufgenommen werden müssen. «Im Moment hat uns der Kanton keine weiteren Personen mehr zugewiesen. Wie sich die Zahl aber künftig entwickeln wird, ist schwierig abzuschätzen», sagt Tresch. Im Bezirk wohnen zurzeit 113 Asylsuchende. Sie leben einerseits in Wohncontainern bei den Sportanlagen Luterbach und andererseits in Privatwohnungen.

«Möchten von der Container-Lösung wegkommen»

Nach Abschluss der Bauarbeiten an der Südumfahrung konnten Wohncontainer erworben und die ältesten Wohncontainer ausser Betrieb gesetzt werden. «Wir haben derzeit keinen Notstand, was die zur Verfügung stehenden Plätze betrifft. Aber für uns steht fest, dass wir von der Container-Lösung im Gebiet Luterbach wegkommen möchten. Eine dezentrale Lösung wäre auch für die Integration am besten», sagt Tresch. Bisher habe es aber für günstige Wohnungen auf privater Basis für die Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Küssnacht eher schwierig ausgesehen.

Tresch sagt weiter: «Wenn es mit den Wohnungen für Asylsuchende auf privater Basis nicht klappen sollte, können wir wieder das bisherige Projekt hervornehmen und weiterverfolgen.»