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BEZIRKSGERICHT: Fall Malters: Die 65-jährige Frau konnte sehr beharrlich sein

Im Fall Malters liegt das schriftliche Urteil vor. Darin begründen die Richter den Freispruch der beiden Polizeikader und liefern neue Details zum Gesundheitszustand jener Frau, die sich beim Einsatz das Leben nahm.
Polizeikommandant Adi Achermann (vorne) und Kripo-Chef Daniel Bussmann (ganz hinten) auf dem Weg zu ihrer Gerichtsverhandlung zum Fall Malters. (Bild: Pius Amrein ( 27. Juni 2017, Luzern))

Polizeikommandant Adi Achermann (vorne) und Kripo-Chef Daniel Bussmann (ganz hinten) auf dem Weg zu ihrer Gerichtsverhandlung zum Fall Malters. (Bild: Pius Amrein ( 27. Juni 2017, Luzern))

Es war wohl der unangenehmste Tag ihres Lebens, als sich der Luzerner Polizeikommandant Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann am 19. Juni vor dem Bezirksgericht Kriens verantworten mussten. Die Anklage lautete auf fahrlässige Tötung aufgrund eines Einsatzes vom März 2016 in Malters. Am 27. Juni dieses Jahres sprachen die Richter an der mündlichen Urteilseröffnung die Polizeikader vom Vorwurf frei.

Demnach könne nicht bewiesen werden, dass die 65-jährige Frau, die sich beim Einsatz das Leben nahm, nicht urteilsfähig gewesen war. Das wäre aber Voraussetzung gewesen, um dem Kader vorwerfen zu können, sie hätten die Frau in den Tod getrieben. Der Zugriff sei zwar risikobehaftet gewesen, die anderen Optionen wie Zuwarten oder Verhandeln hätten aber ebenfalls eine Gefährdung dargestellt: für die Frau, die Polizisten oder Unbeteiligte.

Im nun vorliegenden schriftlichen 63-seitigen Urteil führen die Richter diese Argumentation aus. Und es kommen weitere Details über die Frau zum Vorschein, die an paranoider Schizophrenie gelitten haben soll. Die Frau hatte zum Zeitpunkt des Zugriffs rund 30 Stunden nicht mehr geschlafen. Und sie hätte durchaus noch länger durchhalten können. Aus dem aktuellen Urteil geht hervor, dass die Frau sehr beharrlich sein konnte. So hatte sie im Jahr 2000 während eines Aufenthalts in der Klinik Königsfelden «unter widrigen Umständen» während 14 Tagen in einem Stuhl geschlafen. Auch verweigerte sie stur das Essen. Ihre Beharrlichkeit zeigte sie gemäss dem Urteil auch in Malters: Mehrfach drohte sie, sich etwas anzutun. Das Bezirksgerichtsurteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob es angefochten wird, ist noch unklar, aber wahrscheinlich.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

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