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BIG HILL BIKE PARTY: Es knattert in Willisau: Verrückte Bikes Marke Eigenbau

Das Big Hill findet nur alle zwei Jahre statt. So haben Tüftler und Schrauber Zeit genug, exotische Motorräder extra für diese Party zu bauen. Gestern präsentierten rund ein Dutzend «Spinner» im für Autos gesperrten Städtchen ihre Maschinen.
Roger Rüegger
Killian Kurmann (oben) kam mit einer Spezialanfertigung an die Big-Hill-Bike-Party ins Städtchen Willisau. (Bilder: Pius Amrein (Willisau, 8. Juli 2017))

Killian Kurmann (oben) kam mit einer Spezialanfertigung an die Big-Hill-Bike-Party ins Städtchen Willisau. (Bilder: Pius Amrein (Willisau, 8. Juli 2017))

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Bei einer Bike-Party geht es um Spass oder Fun, Rockmusik und darum, dass man seine Maschine bewegt. Viele lassen es dabei, mit dem Töff anzureisen. Einige Typen aus dem Hinterland geben sich damit jedoch nicht zufrieden. Sie bauen sich zu jedem Big Hill, das der Iron Drivers Motorcycleclub alle zwei Jahre durchführt, ein Motorrad.

Diese Öfen präsentieren sie jeweils an der Bike-Show. Heuer haben rund ein Dutzend Burschen zum Teil seltsame Maschinen gebaut und sie gestern Nachmittag im Städtchen Willisau, das während einiger Stunden für Autos gesperrt war, vorgeführt. Die Themen gingen von «Heubänne» über «Bschöttifass» bis zu «Wasserspritze». Kilian Kurmann aus Gettnau hat ein Bike aus einem Rapid Einachser zusammengebaut. «Ich habe mich im Lager eines Landmaschinenmechanikers umgesehen und mich für das Rapid-Moto inspirieren lassen», sagt er. Neben den paar Fun-Bikes parkten im Städtchen schier auf jedem frei­en Quadratmeter Motorräder – es waren gegen 1000 auf dem Platz. Das über die Landesgrenzen bekannte Big Hill lockte laut ID-Präsident Peter (Steime) Steinmann über 2500 Besucher nach Willisau.

«Ratten» brachten einen Grabstein als Geschenk mit

Bisweilen hatte die Veranstaltung fast fasnächtliche Züge. Ruedi und Sandra Keiser aus Nebikon etwa hatten ein Motorrad zu einer Bar umgebaut (Fahrbar nennen sie diese), und zudem hatten sie eine mobile Küche dabei, die durch einen Vierzylinder- Honda-Motor beheizt wird. Ihr Sohn Lian sorgte ebenfalls für Unterhaltung. Der fünfjährige Knirps war mit einem kleinen Töff unterwegs, den er jeweils eigenhändig auftankte.

Die Party hat schon am Freitagabend begonnen. Bereits am Nachmittag donnerten etliche Biker zum Big Hill auf der Bös­egg, darunter viele Mitglieder von Motorradclubs aus der Schweiz und dem Ausland. Die meisten brachten Geschenke mit, denn die Iron Drivers feierten ihren 35. Geburtstag. Mani von den Tombstone Rats aus Wil SG überreichte Steime einen Grabstein aus schwarzem Marmor mit dem eingravierten Club-Emblem der Iron Drivers. «Wir sind die Grabsteinratten. Das Geschenk passt und erinnert an die Freundschaft unserer beiden Clubs», sagt der Ostschweizer, dessen Club vor 36 Jahren gegründet wurde. Steime lacht und erinnert an sein Geschenk an die Rats vor einem Jahr. «Ich überreichte deren Präsi eine Gummiratte. Er machte erst ein langes Gesicht, bevor ich ihm das richtige Geschenk übergab: ein Totenkopf mit einer echten präparierten Ratte.» Die Geschenke der Biker sind manchmal etwas derb, aber die Freundschaft, die sie untereinander pflegen, ist ehrlich. Aber auch «normale» Gäste beschenkten die Gastgeber. Ein Paar, das vor fünf Jahren nach Australien ausgewandert ist, hat den Iron Drivers ein Kängurufell mit dem ID-Emblem mitgebracht. «Die sind extra fürs Big Hill angereist und bleiben nun einen Monat in der Schweiz», sagt Steime, als er das Geschenk präsentiert.

Ein anderer Gast hat dem Motorradclub ein Zweigangtöffli in den Clubfarben geschenkt. Steime freute sich sichtlich. Auf die Frage, wer dieses Teil denn fahren werde, sagte er: «Keine Ahnung. Aber da lassen wir uns etwas einfallen.» Da wird man bestimmt eine Lösung finden, denn an Ideen mangelt es den Motorradbegeisterten Leuten im Hinterland nie – wie man an dem Anlass einmal mehr sehen konnte.

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