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Im Hitzesommer: Big Mac und Co. retteten Luzerner Bauern die Fleischpreise

Die Luzerner Bauern schauen auf ein schwieriges 2018 zurück. Die Trockenheit setzte vor allem Milchproduzenten zu. Viele Kühe wurden früher geschlachtet, was die Fleischpreise einbrechen lies.
Thomas Heer
Schnellimbiss-Ketten wie Mc Donald's gehören zu den grössten Abnehmern von Schweizer Kuhfleisch. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Schnellimbiss-Ketten wie Mc Donald's gehören zu den grössten Abnehmern von Schweizer Kuhfleisch. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Wer Kühe hält, braucht auch viel Wasser. Rund 150 Liter trinkt ein Tier pro Tag. Eine Herde von 30 bis 40 Tieren verbraucht somit in einem Sommer schnell einmal Tausende von Hektolitern Flüssigkeit. Verläuft das Wetter in geordneten Bahnen, ist das für die hiesige Landwirtschaft kein Problem. Im vergangenen Jahr aber bereitete Hitze und die damit verbundene Trockenheit vielen Landwirten unruhige Nächte. «Aus Angst vor Futtermangel im Winter haben Bauern ihr Schlachtvieh früher verkauft», sagt Stefan Heller, Geschäftsführer des Luzerner Bäuerinnen und Bauernverbandes.

Das hatte zur Folge, dass vor allem Ende Juli und Anfang August sehr viele Tiere in die Schlachthäuser geführt wurden. Einzelne Grossmetzgereien mussten sogar am 1. August den Betrieb aufrechterhalten. Das grosse Angebot von Kuhfleisch führte auch dazu, dass die Preise im August signifikant ins Schwanken gerieten. «Von 8.20 Franken auf 7, wenig später auf 7.50 Franken», wie Thomas Achermann, Präsident des Zentralschweizerischen Viehhändlerverbandes, sagt.

270 Franken weniger pro Kuh

Der Preis habe sich, so Achermann, bislang nicht wieder erholt und liege seit September stets bei rund 7 Franken pro Kilo. Das heisst, der Bauer erhält für eine geschlachtete Kuh rund 270 Franken weniger als bis Mitte vergangenen Jahres. Achermann will das jedoch nicht dramatisieren. Er sagt: «Eine Kuh ist in erster Linie dafür da, Milch zu produzieren und Kälber zu gebären.» Über die aktuellen Preise fürs Fleisch mag Achermann daher nicht lamentieren, und er weist darauf hin, dass die Situation für die Bauern noch weit ungünstiger sein könnte.

Dass dem nicht so ist, führt der Verbandspräsident in erster Linie auf die nach wie vor hohe Nachfrage von Schnellimbiss-Ketten wie McDonald’s zurück. In Produkten wie dem Big Mac wird tonnenweise Schweizer Kuhfleisch verarbeitet. 2018 habe McDonald’s rund 90 Prozent des Kuhfleisches aus der Schweiz bezogen, wie Deborah Murith, Kommunikationsverantwortliche bei McDonald’s Schweiz, sagt. Das entsprach einem Gewicht von weit über 3000 Tonnen.

Pflichtlager des Bundes als Rettungsanker

Wenn Stefan Heller aus Sicht der Luzerner Landwirtschaft eine Bilanz über das abgelaufene Jahr zieht, fasst er das so zusammen: «Wir sind im Vergleich zu anderen Landesteilen mit einem blauen Auge davon gekommen.» Wie bekannt, gab es unter den Bauern sogar Gewinner. Vor allem der Obst- und Weinbau profitierte vom warmen und trockenen Wetter. Das Wasserproblem beschäftige hingegen nach wie vor zahlreiche Bauern. Auf den Höfen trockneten Quellen aus. Auf der Suche nach neuen Wasseradern wurden Pendler auf die Betriebe bestellt. Vielerorts musste das Wasser sogar mit Tankfahrzeugen herbeigeschafft werden. Das Wasserproblem vieler Bauern ist auch im Umfeld von Martin Fuhrimann, Vorsitzender der Geschäftsleitung Landi Sursee, immer noch ein Thema.

Direkt betroffen war Fuhrimann durch die Trockenheit aber auf ganz anderer Ebene. Mit seinem Unternehmen verkauft er unter anderem auch Treibstoff und Futtermittel. Aufgrund des tiefen Rhein-Pegelstandes während vieler Wochen des vergangenen Jahres war der Schiffsverkehr auf diesem Gewässer eingeschränkt. In der Schweiz kam es somit teils zu Versorgungsengpässen. So mussten viele Firmen kurzfristig auf die Pflichtlager des Bundes zurückgreifen.

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