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Bilanz der Rechnungen 2018: Luzerner Gemeinden verzeichnen wieder höhere Erträge

Die Rechnungen 2018 der 83 Luzerner Gemeinden sind um 27,6 Millionen Franken besser als im Vorjahr. Und: Nicht nur der Kanton hat Schulden abgebaut.
Alexander von Däniken
Die Gemeinde Luthern hat in zehn Jahren am meisten Schulden abgebaut. (Bild: Nadia Schärli, 22. Mai 2017)

Die Gemeinde Luthern hat in zehn Jahren am meisten Schulden abgebaut. (Bild: Nadia Schärli, 22. Mai 2017)

Gerade einmal 10 der 83 Luzerner Gemeinden haben in ihren Jahresrechnungen 2018 ein negatives Ergebnis vermelden müssen. Das ist zwar eine Gemeinde mehr als im Vorjahr, aber in der Summe besser: Das Plus aller Gemeinden steigerte sich innert Jahresfrist von 76,8 auf 104,4 Millionen Franken, wie folgende Grafik zeigt.

Die grössten Ertragsüberschüsse erzielten die Stadt Luzern, Horw und Sursee. Das grösste Defizit musste Emmen hinnehmen, gefolgt von Ebikon und Pfaffnau. Dies zeigt eine Auswertung unserer Zeitung.

Verschuldung aller Gemeinden nahm um 435 Franken pro Kopf ab

Die Luzerner Regierungsräte und bürgerlichen Kantonsräte wurden im Vorfeld der Wahlen vom vergangenen Frühling nicht müde zu erwähnen, wie stark der Schuldenberg des Kantons geschrumpft ist. Nämlich von über 2,5 Milliarden Franken um die Jahrtausendwende auf 135,5 Millionen im letzten Jahr. Oder Pro Kopf von 2689 Franken 2007 auf 698 Franken 2017. Die Gemeinden konnten ihre Schulden ebenfalls abbauen – wenn auch nicht so deutlich: Die Nettoschuld pro Kopf nahm gemäss Lustat Statistik von 2385 Franken im Jahr 2007 auf 1950 Franken im Jahr 2017 ab.

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Stadt Luzern mit dem besten Abschluss, Emmen mit dem schlechtesten

Zwar wiesen die Gemeinden ihre Nettoschuld auch für 2018 aus, diese Zahlen sind aufgrund des neuen, noch nicht überall eingeführten Rechnungslegungsmodells HRM2 aber nicht vergleichbar. Die Nettoschuld beschreibt den Saldo zwischen Fremdkapital und Finanzvermögen. 2007 hatten 70 Gemeinden Schulden, zehn Jahre später sind es noch 57 gewesen.

Die im Vergleich zum Kanton moderate Abnahme der Nettoschuld pro Kopf täuscht darüber hinweg, dass es in einzelnen Gemeinden viel Bewegung gab. Den grössten Sprung machte Luthern: 2007 betrug die Nettoschuld pro Kopf 11 347 Franken, zehn Jahre später waren es nur noch 730 Franken. Bei jenen Gemeinden, die innerhalb von zehn Jahren vermögend wurden, sticht Greppen heraus. Auf der Seegemeinde lastete 2007 noch eine Schuld von 3066 Franken pro Kopf, bis 2017 verwandelte sich der Betrag in ein Vermögen von 5580 Franken pro Einwohner. Einzelne Gemeinden haben den umgekehrten Weg eingeschlagen. Nottwil zum Beispiel zählte vor zwei Jahren eine Nettoschuld von 1149 Franken pro Kopf. Vor zwölf Jahren stand ein Vermögen von 1533 Franken pro Einwohner zu Buche.

Greppen dank Erbschaft im Plus

Greppen schaffte den Sprung in die Top 3 der vermögendsten Gemeinden – gleich hinter Honau (6566 Franken pro Kopf) und Flühli (5947). Den Grepper Finanzvorsteher Markus Krohn (CVP) freut die Entwicklung seiner Gemeinde, er relativiert aber auch: «Die Veränderung ist auf eine einmalige Einnahme im Bereich der Sondersteuern im Rechnungsabschluss 2016 zurückzuführen.» Damals wurde ein einmaliger Betrag aus Erbschaftssteuern von fast 6,5 Millionen Franken registriert. Schon zuvor hatte die Gemeinde vor, in neue Infrastruktur zu investieren.

Die drei Gemeinden mit den höchsten Schulden pro Einwohner sind Emmen (5419 Franken), Kriens (5243) und Wolhusen (5039). Wie erklärt sich die Gemeinde Emmen die hohe Zahl? Finanzvorsteher Patrick Schnellmann (CVP): «Das Hauptproblem liegt bei den Einnahmen. Diese konnten nicht wie budgetiert realisiert werden. Das Wachstum in der Gemeinde Emmen bedeutet auch Vorinvestitionen in die Infrastruktur. Dies wird für die Zukunft einen positiven Effekt haben.» Allerdings wurden in den letzten Jahren die Investitionsausgaben plafoniert. «Es muss der Gemeinde Emmen gelingen, den Investitionsstau in kleinen Schritten abzubauen», so Schnellmann.

Zuversicht schöpft der Gemeinderat aus der Aufgaben- und Finanzreform 18, die nächstes Jahr in Kraft treten und Emmens Kosten in der Bildung glätten soll. Auch sollen sich die Bautätigkeit und die damit verbundenen Zuzüge positiv auf die Steuereinnahmen auswirken. Stets im Blick hat der Gemeinderat dabei die Ausgaben: «Die aktuell laufende externe Überprüfung wird uns zusätzliches Potenzial aufzeigen.»

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