Wohntürme und Stadien – eine beliebte, aber auch umstrittene Paarung

Um die zur meisten Zeit ungenutzten Stadien zu finanzieren, braucht es Mantelnutzungen. Wohnhochhäuser sind besonders beliebt, seit Shopping-Center auf dem absteigenden Ast sind.

Roman Hodel
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Mit 59 Prozent Ja haben die Stadtzürcher am Sonntag dem Hardturmstadion zugestimmt. Allerdings sind Rekurse möglich. Es wäre die x-te Verzögerung. Seit 20 Jahren wird am Stadion geplant, mehrere Abstimmungen gab’s. Am meisten zu reden gaben die beiden 137 Meter hohen Wohnhochhäuser.
In Aarau sagten letzten November zwar 61 Prozent Ja zum neuen Stadion mit vier Hochhäusern. Die Opposition macht jedoch weiter Druck, so dass eine Verzögerung des Projekts droht. Im schlechtes Fall bis 2028. Auch das Aarauer Stadionprojekt hat mittlerweile eine lange Geschichte.
Hart erkämpft war in Zug 2008 das Ja zum Eishockeystadion – am Ende überwogen mit 56 Prozent die Ja-Stimmen. Hauptkritikpunkt (der Anwohner) war hier ebenfalls das 60-Meter-Hochhaus, das – geschickt geplant – zum See hin schlank daher kommt. 2011 wurde die Überbauung eröffnet.
Die Luzerner Allmend-Hochhäuser mit Stadion und Sportgebäude (2009 bis 2012 gebaut) gelten bis heute als gelungener Prototyp. Auch hier wurde der Abstimmungskampf wegen der Hochhäuser hitzig geführt, längst aber gehört das Ensemble zum Stadtbild.