BILDUNG: Bereits Gymnasiasten an Prüfungen der Uni

Gute Schüler können nun an der Uni bereits vor dem Maturaabschluss punkten. Mit zwei weiteren Massnahmen soll im Kanton Luzern der Übergang von der Mittel- zur Hochschule vereinfacht werden.

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Studenten während einer Vorlesung. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

Studenten während einer Vorlesung. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

In einer Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Universität Luzern, den Luzerner Gymnasien und dem Bildungsdepartement wurden drei erste Massnahmen beschlossen:

1. Early Bird – Gymnasiasten an der Universität
Vereinzelt sollen fortgeschrittene Gymnasiasten die Möglichkeit erhalten, noch während des Schulbesuchs an Lehrveranstaltungen der Universität teilzunehmen. Die Genehmigung dazu erteilt die Schulleitung. Sofern die Teilnehmer an diesen Lehrveranstaltungen auch Prüfungsleistungen absolvieren, erfolgt eine Gutschrift der zugehörigen Credits (ein Zertifikat wird auf der Basis einer Mitteilung des Lehrenden vom Zentrum Lehre ausgestellt). Alle drei Fakultäten haben zugestimmt, dass sie bereit sind, die erworbenen Credits als «sleeping credits» zu behandeln – das heisst, dass der Hörer bei einem späteren Studium an der Universität Luzern im selben Fach eine Anrechnung erwarten kann.

2. Patenschaften für Maturaarbeiten
Professoren aus allen drei Fakultäten der Universität Luzern stellen sich für Patenschaften für Maturaarbeiten zur Verfügung, wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst. Erste und dauerhafte Ansprechperson ist für die einzelne Schüler weiterhin die für die Maturaarbeit zuständige Lehrperson. Aber bei Maturaarbeiten, bei denen es sachlich nahe liegt, stehen Mitglieder der Universität für eine Zweitbetreuung zur Verfügung. Der Kontakt zu den Professoren wird in der Regel von der die Arbeit betreuenden Lehrperson hergestellt.

3. Methodenworkshop
Die Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt quantitative und qualitative Methoden (Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone) bietet einmal im Jahr zwischen März und Mai einen Methodenworkshop an, der der Vorbereitung von Maturaarbeiten dient, die auf die Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden ausgelegt sind. Dieser Workshop wird aus einer zirka eineinhalbstündigen Einführung allgemeiner Art bestehen. An diese schliesst sich die Beantwortung von Fragen an, die sich auf einzelne Projekte beziehen. An diesem Methodenworkshop können die jeweiligen Schüler, aber auch ihre Lehrpersonen teilnehmen.

Für Rudolf Stichweh, Rektor der Universität Luzern, ist die Zusammenarbeit von Gymnasium und Universität eine «Sache von grosser Bedeutung», denn die Universität ist sich bewusst, dass das, was sie in ihren Lehr- und Lernprozessen zu erreichen imstande ist, in hohem Grade von den Grundlagen abhängig ist, die zuvor in der Schule gelegt worden sind, wie es weiter heisst. Auch Hans Hirschi, Vertreter der Gymnasien, zeige sich über die Kooperation hoch erfreut. Ihm kommen diese Massnahmen sehr entgegen, zumal eine seiner Schülerinnen bereits Vorlesungen an der Universität Luzern besucht.

scd