BILDUNG: Berufsmatura erhält Facelifting

Die Berufsmatura soll näher an die Fachhochschulen rücken. Im kommenden Schuljahr treten deshalb neue Lehrpläne in Kraft.

Ismail Osman
Drucken
Teilen
Symbolbild Berufsmatura (Bild: PD)

Symbolbild Berufsmatura (Bild: PD)

Der Anmeldeschluss für die Aufnahmeprüfung zur Berufsmatura kommt in grossen Schritten näher. Dieser erfolgt am 15. Februar. Es wird mit rund 650 bis 700 Anmeldungen gerechnet, wie Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Beruf und Weiterbildung, schätzt. Wegen der Erfahrung der vergangenen Jahre geht er davon aus, dass rund 60 Prozent die Prüfung bestehen.

Für all jene, welche die Aufnahmeprüfung bestehen und im kommenden Schuljahr die Berufsmatura antreten werden, gilt ein ganz neuer Lehrplan. Der Kanton setzt damit den 2013 in Kraft getretenen neuen Rahmenlehrplan des Bundes um.

Interkantonale Zusammenarbeit

Was sind die wichtigsten Neuerungen des neuen Rahmenlehrplanes? «Im Zentrum steht eine bessere Ausrichtung auf die Fachhochschulen», erklärt Christof Spöring. «Die Fachhochschullandschaft hat sich in den vergangenen Jahren inhaltlich sehr verändert. Diverse neue Studiengänge machen es nötig, die Berufsmatura entsprechend anzupassen.»

Wie sein Name schon verrät, zeichnet der Rahmenlehrplan nur grob auf, was mit dem Erlangen der Berufsmaturität erlernt sein sollte. Die verschiedenen kantonalen Berufsmaturitätsschulen leiten daraus ihre eigenen Lehrpläne ab. Je nach Ausrichtung werden darin verschiedene Schwerpunkte und Prioritäten gesetzt. «Die Schulen arbeiten derzeit noch die Details aus», sagt Spöring und verweist darauf, dass diesbezüglich die Schulen der Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden und Uri zusammenarbeiten.

Was genau sich schulinhaltlich für die Berufsmaturitätsschüler ändert, ist also noch nicht gänzlich definiert. Klar ist aber, dass sich der Unterrichtsumfang im bisherigen Rahmen befinden wird. Fest steht auch, dass mit der Wahl der Berufsmatura-Ausrichtung neu die jeweils acht Fächer fest vorgegeben sind, während bisher eine gewisse Wahlmöglichkeit besteht. Das gebe den Ausrichtungen ein klareres Profil.

Neuer Matura-Typ «Dienstleistung»

Mit dem neuen Schuljahr wird auch ein neuer Berufsmatura-Typ angeboten. Die Berufsmatura «Dienstleistung» setzt die Schwerpunkte in Finanz- und Rechnungswesen, Wirtschaft und Recht. «Sie soll sich besonders an Berufsschüler aus dem Detailhandel und dem Gewerbe richten», sagt Spöring. Der neue Typus stelle ein Gegenstück zur kaufmännischen Berufsmatura dar, bei welcher sprachliche Fähigkeiten weiter im Vordergrund stünden. «Sie ist in gewisserweise auch ein Zwilling der Berufsmatura Wirtschaft», ergänzt Spöring. Die Berufsmatura Dienstleistung kann lehrbegleitend in drei Jahren, berufsbegleitend in zwei Jahren oder Vollzeit in einem Jahr absolviert werden.

Hoffen auf steigende Zahlen

Die Berufsmatura wird seit 20 Jahren angeboten. In den vergangenen Jahren harzte es aber bei der Zahl der Luzerner Absolventen. Nach einem Tief von 679 Einsteigern im Jahr 2012 wurde eine Kampagne lanciert, um auf die Möglichkeiten für Berufsmaturanden hinzuweisen. Mit 783 neuen Berufsmaturanden im vergangenen Jahr erholte sich die Zahl merklich (siehe Grafik). Rund 12 Prozent der 21-jährigen Luzerner hatten damals die Berufsmatura gemacht – im schweizerischen Schnitt waren es 14 Prozent. «Ziel ist es, bis 2017 die 15-Prozent-Marke zu erreichen.»

Spöring ist diesbezüglich optimistisch: 2014 starteten 783 Luzerner in die Berufsmatura – insgesamt absolvieren sie derzeit rund 1700 Personen. Für das kommende Schuljahr hofft er auf einen weiteren Anstieg: «Die Berufsmatura-Kampagne hat kurzfristig sicherlich Wirkung gezeigt. Ob sie nachhaltig ist, werden wir erst mit dem kommenden Schuljahr beurteilen können. Die Zahl der Anmeldungen wird uns einen ersten Hinweis darauf liefern.»

Hinweis

Mehr Informationen zur Berufsmatura finden Sie unter: www.berufsmatura.lu.ch

Bild: Kanton Luzern / Grafik: Martin Ludwig / Neue LZ

Bild: Kanton Luzern / Grafik: Martin Ludwig / Neue LZ