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Luzern: Das Studieren auf Probe für Gymnasiasten ist ein Flop

Ab Herbst können Zürcher Gymnasiasten an der dortigen Universität Vorlesungsluft schnuppern. Ein solches Programm kennt die Uni Luzern schon seit 2009 – das Interesse ist aber marginal.
Evelyne Fischer
Studenten im Hörsaal an der Universität Luzern. (Bild: Pius Amrein, 30. Juni 2017)

Studenten im Hörsaal an der Universität Luzern. (Bild: Pius Amrein, 30. Juni 2017)

Es ist die Wissbegierde von Hochbegabten wie Maximilian Janisch aus Meierskappel, die das neue Schülerstudium der Universität Zürich stillen will: Im Pilotprojekt dürfen Zürcher Gymnasiasten ab Herbst Studienmodule an vier Fakultäten besuchen, schrieb die NZZ. Talente, die das letzte oder zweitletzte Gymi-Jahr absolvieren, können pro Semester bis zu 6 ECTS-Credits sammeln und an ein Bachelorstudium anrechnen.

Das Pendant an der Uni Luzern existiert seit 2009 und heisst «Early Bird» – getreu dem Motto «Der frühe Vogel fängt den Wurm». Doch: «Die Nachfrage hält sich in Grenzen», wie Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter der Uni Luzern, sagt. «Wir verzeichnen seit 2009 zwischen einem und drei Teilnehmenden pro Semester.» Es habe auch schon Zeiten ohne Absolventen gegeben. Die Möglichkeit, vorzeitig Uni-Luft zu schnuppern, hätten die Teilnehmer jeweils stets positiv beurteilt. Doch auch Aldo Magno, Leiter der Dienststelle Gymnasialbildung, sagt: «Die Bedeutung von ‹Early Bird› für die Luzerner Gymnasien ist marginal.»

«Wir haben wenige Schüler, die sich eignen würden»

Kantischüler können in Luzern kostenlos Lehrveranstaltungen aller Fakultäten besuchen – also bei der Theologischen, der Wirtschaftswissenschaftlichen, der Rechtswissenschaftlichen sowie der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Erlaubt sind zwei Kurse pro Semester, was höchstens 8 ECTS-Punkten entspricht. Diese «Sleeping Credits» können an ein Studium angerechnet werden. Für die Zulassung brauchen Schüler die Genehmigung und eine Empfehlung der Kantonsschule, so Portmann. «Aus diesem Schreiben muss hervorgehen, weshalb der Gymnasiast für den frühzeitigen Besuch der Uni besonders geeignet ist.»

Lukas Portmann von der Uni Luzern führt die geringe Nachfrage auf das begrenzte Fächerangebot und das Einzugsgebiet zurück. Es seien vor allem Stadtluzerner Schüler, die das Angebot nutzen. «Die Erreichbarkeit ist ein Knackpunkt», sagt auch Aldo Magno. «Pendeln ist für Gymnasiasten oft unattraktiv, das Angebot wird in ländlichen Gymnasien klar weniger genutzt.»

Laut Victor Kaufmann, Rektor der Kantonsschule Willisau, macht dort niemand vom «Early Bird» Gebrauch. «Die Gründe liegen in der Distanz und dem damit verbundenen Zeitaufwand.» Auch von der KS Schüpfheim büffelt aktuell kein Schüler an der Uni, sagt Rektor Heinrich Felder. Wohl weniger wegen der Anreise, sondern aufgrund der Aufnahmekriterien: «Wir haben wenige Schüler, die sich eignen würden. Es braucht nicht nur Begabung, sondern auch Selbstkompetenz.» Denn der verpasste Stoff muss auf eigene Faust nachgeholt werden. Laut Magno ist «Early Bird» zudem «etwas in Vergessenheit geraten». Das soll nun eine Infokampagne ändern. «Denn das Programm ist sinnvoll.»

Hochschule prüft Ausbau des Angebots

Gut möglich, dass bald auch die Hochschule Luzern (HSLU) etwas Ähnliches einführt: «Die HSLU bietet an verschiedenen Departementen Schnupperangebote im Umfang von einem halben Tag bis zu einer Woche an», sagt René Hüsler, Ressortleiter Ausbildung und Direktor des Departements Informatik. «Wir prüfen aktuell, wie dieses Angebot weiter ausgebaut werden kann. Eine Vergabe von ECTS-Punkten wird diskutiert.»

Inwiefern buhlen Unis mit solchen Programmen um Nachwuchs? Rudolf Stichweh, der frühere Luzerner Uni-Rektor, sagte bei der Lancierung: «Es ist unser Ziel, gute Schüler an unsere Fakultäten zu binden.» Portmann sagt heute: «Primär wollen wir begabten Schülern den Übergang ins Studium erleichtern.» Aldo Magno pflichtet bei: «Ich sehe das Programm eher als Goodwill seitens der Universität. Diese verdient damit kein Geld.»

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