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BILDUNG: Es fehlt an Heilpädagogen

Schulen schauen dem neuen Schuljahr gelassen entgegen: Genügend Klassenlehrer wurden gefunden. Bei der Besetzung des Fachunterrichts gibts aber noch Lücken.
«Teils konnten Schulleiter nur aus drei bis vier Bewerbern auswählen», sagt Charles Vincent, Leiter Dienststelle Volksschulbildung. (Bild: Philipp Schmidli (Neue Luzerner Zeitung))

«Teils konnten Schulleiter nur aus drei bis vier Bewerbern auswählen», sagt Charles Vincent, Leiter Dienststelle Volksschulbildung. (Bild: Philipp Schmidli (Neue Luzerner Zeitung))

Manuela Liem

Seit zehn Jahren steigen die Geburtenzahlen wieder (von 3425 Geburten im Jahr 2005 auf 4065 im Jahr 2013). Bis zum Schuljahr 2016/17 müssen alle Luzerner Gemeinden einen zweijährigen Kindergarten oder die Basisstufe anbieten. Die Schülerzahlen steigen daher nach einer Zeit starken Rückgangs wieder. Im Schuljahr 2014/15 waren es 38 616 Schüler in der Volksschule und 1335 in der Sonderschule, wobei davon fast 400 integriert in den Regelklassen gefördert wurden. Wie sich die Schülerzahlen in den nächsten zwei bis drei Jahren entwickeln werden, lässt sich laut Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung im Kanton Luzern, nicht ganz genau voraussagen, doch werden sie sicher ansteigen. Klar ist: Mehr Schüler heisst mehr Klassen und folglich mehr Lehrpersonen.

Gut 300 Stellen neu besetzt

Während es auf der Sekundarschule zurzeit noch genügend verfügbare Lehrkräfte gibt, konnten die Stellen in der Primarschule und vor allem im Kindergarten für das kommende Schuljahr nur knapp besetzt werden. «In manchen Gemeinden konnten die Schulleiter nur aus drei bis vier Bewerberinnen und Bewerbern auswählen, die sich teilweise noch an anderen Schulen beworben hatten. Lieber wäre ihnen natürlich, sie hätten eine Auswahl von 10 bis 12 Lehrpersonen», sagt Vincent. Bis Ende Juni konnte man aber alle Vollzeitstellen besetzen. Damit liegt man im nationalen Mittel: «Kleinere Kantone sind meist schneller, grössere brauchen dafür noch länger Zeit als wir», erklärt Vincent.

In Luzern galt es, gut 300 Stellen (inklusive Teilzeitstellen) neu zu besetzen. Damit seien es etwa gleich viele wie im Vorjahr. Damals gab es im Kanton während des ganzen Jahres inklusive Stellvertretungen durchschnittlich 3649 Vollzeitpensen. Wie viele Stellen es im kommenden Schuljahr sind, ist noch nicht bekannt.

Ein Grossteil der neu zu besetzenden Stellen wurde an Lehrer vergeben, die dieses Schuljahr die Pädagogische Hochschule (PH) Luzern abgeschlossen haben. 67 Prozent der diesjährigen Kindergarten- und Unterstufenabsolventinnen und 55 Prozent der Absolventinnen und Absolventen auf der Primarstufe bleiben nach dem Studium im Kanton. «Es ist aber nichts Negatives daran, auch ausserkantonale Lehrer zu haben. Aus dem deutschsprachigen Ausland wurden, soweit es mir bekannt ist, höchstens vereinzelt Leute eingestellt», sagt Vincent.

Zurzeit kommen 55 Prozent aller PH-Studenten auf der Primar- und Kindergartenstufe aus Luzern. Auf der Sekundarstufe sind es 46 Prozent.

Während auf der Sekundarstufe die Geschlechterverteilung bei den PH-Studenten mit 40 Prozent Männern und 60 Prozent Frauen ziemlich ausgeglichen ist, sind auf der Primarstufe rund 80 Prozent Frauen und im Kindergarten sogar über 95 Prozent.

Fachpersonen noch gesucht

Insgesamt schlossen in diesem Schuljahr knapp 250 Studentinnen und Studenten die PH Luzern ab. 40 von ihnen hatten den Studiengang Schulische Heilpädagogik absolviert. Gerade diese seien gefragt. «Es ist schwierig, Heilpädagogen zu finden», sagt Vincent. Sie würden sowohl an Sonderschulen (250 Vollzeitstellen) als auch an Regelschulen (350 Vollzeitstellen) gebraucht.

Auch andere Fachpersonen werden noch gesucht: etwa für die Bereiche Deutsch als Zweitsprache, Logopädie oder Schulsozialarbeit. Diese Stellen wurden teilweise erst nach Beginn der Sommerferien ausgeschrieben, da der Bedarf manchmal noch nicht früher bekannt ist. «Es gibt noch einzelne Pensen, die nicht besetzt sind. Diese betreffen allerdings nur wenige Lektionen», sagt Vincent.

Finde man niemanden, würden Stellvertreter oder Lehrer ohne entsprechende Stufenausbildung eingesetzt. Es könne auch vorkommen, dass Lehrkräfte für ein Semester oder ein Jahr wenige zusätzliche Lektionen übernehmen müssen.

Viele Schüler, aber auch viele Lehrer

Eine Zukunftsprognose über die Lehrersituation ist laut Vincent schwierig. Die Schülerzahlen würden sich von Jahr zu Jahr verändern. Noch 2012 gab es zu wenig Sekundarlehrer, weshalb die PH Luzern einen Lehrgang für Quereinsteiger einführte. Heute – nur drei Jahre später – stehen aufgrund weniger Schüler genügend Seklehrkräfte zur Verfügung.

Das Blatt dürfte sich wieder wenden, wenn die vielen Kindergarten- und Primarschulkinder in spätestens sieben Jahren das Oberstufenalter erreicht haben. Trotz allem ist Vincent zuversichtlich: «Nicht nur die Schülerzahlen steigen, die PH hatte in den letzten Jahren hohen Zulauf. Wir werden voraussichtlich auch in den nächsten Jahren die Stellen besetzen können.»

Gymnasien vor Herausforderung

Wie die Sekundarschulen, verzeichnen auch die Gymnasien im Kanton Luzern rückläufige Schülerzahlen. Deshalb musste man dieses Jahr von den rund 550 Vollzeitstellen nur wenige neu besetzen. «Es war schwieriger, die bereits angestellten Lehrpersonen zu beschäftigen», sagt Aldo Magno, Leiter der Dienststelle Gymnasialbildung im Kanton Luzern.

In einigen Jahren erwartet man wieder eine Zunahme der Schülerzahlen. Gleichzeitig werde es viele Pensionierungen geben. Durch das Wachstum an benötigten Lehrkräften werde man dann wieder vor einer anderen Herausforderung stehen, sagt Magno.

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