BILDUNG: Gegen Änderungen auf der Sekundarstufe

Der Luzerner Kantonsrat will am Sekundarschulsystem nicht weiter schräubeln. Er hat am Montag drei Vorstösse abgelehnt, weil das Bildungssystem nicht weitere Reformen brauche, sondern eine Konsolidierung.

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Eine Sekundarschule in Sursee (Symbolbild). (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Eine Sekundarschule in Sursee (Symbolbild). (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

So entschied der Kantonsrat, dass das Langzeitgymnasium zur Zeit nicht in Frage gestellt werden solle. Er lehnte mit 77 zu 32 Stimmen eine Motion ab, die einen Planungsbericht über die Sekundarschulstufe verlangte.

Im Zentrum des Vorstosses stand die Überprüfung der Doppelspurigkeiten beim Kurzzeit- und Langzeitgymnasium. Unterstützung erhielt die Motion, die noch von alt Kantonsrat Jakob Lütolf (CVP, Wauwil) eingereicht worden war, nur von der SVP.

Verwaltung nicht unnötig belasten

Die Gegner führten an, dass zum Thema bereits Planungsberichte erstellt worden seien und dass ein weiterer wohl keine neue Erkenntnisse bringe. Zum wiederholten Mal überprüfte Strukturen zu überprüfen diene nicht der Effizienz der Verwaltung, sagte Priska Lorenz (SP, Grosswangen).

Der Zeitpunkt für einen neuen Planungsbericht sei klar zu früh, sagte Angela Pfäffli (FDP, Grosswangen). Priska Wismer (CVP, Rickenbach) begründete ihr Nein damit, dass es eine Konsolidierung des Bildungssystems brauche, nicht aber weitere Veränderungen.

Das Parlament lehnte auch ein Postulat von Patrick Meier (CVP, Root) ab, und zwar mit 72 zu 36 Stimmen. Der Vorstoss forderte, dass der Kanton Luzern die Gliederung der Sekundarstufe I an die Gegebenheiten der anderen Innerschweizer Kantone anpasse.

Vorgaben für Gemeinden bekräftigt

Willi Knecht (SVP, Geiss) kämpfte ferner mit einem Postulat für mehr Freiheiten der Gemeinden bei der Wahl der Sekundarschulmodelle. Er schlug vor, dass der Kanton nur noch Richtwerte zur Schülerzahl mache und auf das Vorschreiben von Mindestzahlen verzichte.

Die heutige Lösung sei praxisfremd und zwinge Gemeinden zu Modellwechseln, sagte Knecht. Modellwechsel gegen den Willen der Betroffenen sei demotivierend.

Knecht warf dem Kanton vor, dass die Modellwahl mehr von ideologischen als von pädagogischen und finanziellen Motiven geprägt sei.

Monique Frey (Grüne, Emmen) äusserte die Vermutung, dass Knecht mit seinem Vorstoss das integrative Modell bekämpfen wolle. Dieses habe aber viele pädagogische Vorteile. Jacqueline Mennel (SP, Hochdorf) sagte, dass Richtwerte immer ungerecht sein könnten.

Auch bei diesem Vorstoss führten die Gegner ins Feld, dass das Bildungswesen eine Beruhigung brauche. Es wäre falsch, alle paar Jahren Veränderungen vorzunehmen, sagte Erich Leuenberger (FDP, Nebikon). Priska Wismer (CVP, Rickenbach) sagte, bei einer willkürlichen Änderung der Vorgaben würden viele Gemeinden vor den Kopf gestossen.

Kanton flexibel

Bildungsdirektor Reto Wyss stritt nicht ab, dass die Vorgaben zur Zahl der Schüler die Gemeinden einschränken könnten. Die von Knecht vorgeschlagenen würde aber auch zu Diskussionen führen.

Wyss versicherte zudem, dass die Gemeinden bei kurzfristigen Änderungen der Schülerzahlen das Schulmodell nicht wechseln müssten. Das Parlament folgte dem Ablehnungsantrag der Regierung schliesslich mit 83 zu 26 Stimmen. (sda)