BILDUNG: Hochdorfer Schulraum wird teurer

Die Gemeinde braucht mindestens 20 neue Schulzimmer. Wie sich nun aber zeigt, verteuert sich das Schulraumprojekt von Hochdorf – dadurch droht eine Steuererhöhung.

Ernesto Piazza
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Ernesto Piazza

<span class="mail_autor">ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch</span>

Der Gemeinderat arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung für zusätzlichen Schulraum. «Das Projekt steht bei uns ganz oben auf der Prioritätenliste», bestätigt Daniela Ammeter Bucher, Ressortleiterin Bildung. Hochdorf braucht auf Beginn des Schuljahres 2020/21 mindestens 20 neue Zimmer, davon 13 Klassen- und 7 Gruppenräume. Der Bedarf sei nachgewiesen, sagt die Gemeinderätin. Die Arbeitsgruppe Schulraumplanung, bestehend aus Mitgliedern der Bildungskommission, der Schulleitung, dem Elternforum und politischen Vertretern, sei zum selben Resultat gekommen, wie eine externe Expertise ergeben hatte. Mit dem Bauvorhaben wären die Raumbedürfnisse «für die nächsten rund zehn Jahre gedeckt», sagt Ammeter Bucher. Die Erweiterung machten – nebst den Schülerzahlen – insbesondere die heutigen Unterrichtsformen nötig: Integrative Förderung und Sonderschulung.

Für die Behebung des Engpasses stehen zwei Varianten zur Diskussion. Und zwar: die «Aufstockung Avanti» und der Neubau «Sagenturm 2». Unabhängig von der Version, für die sich der Stimmbürger entscheidet, fällt beim Avanti-Schulhaus eine Sanierung an. Denn das zweistöckige Gebäude ist mittlerweile 45-jährig.

Projekt soll in der ersten Hälfte 2018 an die Urne

Im Sagen 1 und im Avanti wird momentan die Sekundarstufe unterrichtet. Das Weid steht den Primarschülern zur Verfügung. Fällt der Entscheid auf die Variante «Aufstockung Avanti», wird der Bau um zwei Etagen erweitert. Dann soll dort ausschliesslich die Sekundarstufe Platz finden. Bei dieser Lösung würden sich Sagen 1 und Weid die Primarschüler teilen. Die Erweiterung des Avanti dürfte 10 bis 12 Millionen Franken kosten. Dazu kämen die Sanierungskosten von 11 bis 17 Millionen, was eine Gesamtsumme von rund 20 bis 30 Millionen ergibt. Diese Version liesse einen späteren Neubau im Areal Sagen offen, so Ammeter Bucher.

Bei einem Neubau Sagenturm 2 würde die Sekundarstufe ausschliesslich in den Schulhäusern Sagen 1 und 2 unterrichtet. Die Primarklassen hätten ihren Platz im Avanti und im Weid. Diese Variante kostet zirka 12 bis 17 Millionen Franken. Dazu käme die spätere Sanierung Avanti mit 10 bis 12 Millionen.

Bei beiden Versionen ist ein Betrag in provisorische Modulbauten während der Bauphase eingerechnet. Bei einer Aufstockung Avanti liegt dieser mit 1,5 Millionen höher als beim Neubau Sagen 2 (rund 0,5 Millionen). Man geht von einer maximalen Bauzeit von 18 Monaten aus.

Zu den beiden Varianten sagt die Ressortverantwortliche Bildung: «Die Lösungsansätze liegen kostenmässig nahe beieinander.» Deshalb seien für den Gemeinderat beide gute Varianten. Momentan werden die jährlichen Unterhaltskosten ermittelt. «Bis Mitte Juni sollten wir wissen, ob wir noch Einsparungen machen können und welche Variante mittel- und langfristig günstiger ist», erklärt Ammeter Bucher.

Apropos Kosten: Diese sind bei den jetzigen 20 bis 30 Millionen Franken massiv höher als ursprünglich kommuniziert (wir berichteten). Dazu sagt Ammeter Bucher: «Die erste rudimentäre Hochrechnung der Arbeitsgruppe für den möglichen Kubus war grundsätzlich gut geschätzt. Doch weder Umgebungsarbeiten, Einrichtungen, Vorbereitungs- noch Baunebenkosten, Reserven und Provisorien wurden darin mitberücksichtigt.» Zudem habe sich die Arbeitsgruppe bei der Sanierung des Avanti-Schulhauses auf eine Expertise aus dem Jahr 2007 bezogen. «Diese war wohl auf eine Pinselsanierung ausgelegt und stellte sich bei der heutigen Faktenlage als viel zu tief heraus.»

Der Gemeinderat will den Variantenentscheid noch vor den Sommerferien treffen. Ammeter Bucher hofft, dass «das Schulraumprojekt in der ersten Hälfte 2018 an die Urne kommt». Wobei das Volk bei der Variante Avanti über ein Paket von 20 bis 30 Millionen (Sanierung inklusive) entscheidet. Beim Sagenturm 2 muss es zweimal (Neubau und spätere Sanierung) abstimmen. Die Investition bedeutet für Hochdorf «einen grossen finanziellen Brocken», ist sich Ammeter Bucher bewusst. Aufgrund des Investitionsbedarfs hat der Gemeinderat bereits im vorletzten Jahr eine mögliche Steuererhöhung um ­einen Zehntel auf 2,2 Einheiten fürs Jahr 2020 eingestellt.