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BILDUNG: Hochschule Luzern schickt Studenten zum Telekomriesen Huawei

Daniel Peter begleitet ausgewählte Studenten der Hochschule Luzern auf Studienreisen zum Telekomriesen Huawei nach Hongkong und Shenzhen. Die Firma ist aber auch in der Schweiz stark vernetzt.
Urs-Ueli Schorno
Daniel Peter schickt seit fünf Jahren Studenten zu Huawei. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20 März 2018))

Daniel Peter schickt seit fünf Jahren Studenten zu Huawei. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20 März 2018))

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Die Marke «Huawei» ist vielen inzwischen ein Begriff. «Der chinesische Telekomriese ist bei uns vor allem für seine Mobiltelefone bekannt», sagt Daniel Peter, Wirtschaftsprofessor an der Hochschule Luzern (HSLU). «Weniger bekannt hingegen ist, dass Huawei auch der wichtigste Anbieter für Netzwerkinfrastruktur ist.» So ist beispielsweise das Sunrise Mobilfunknetz auf Huawei Produkten, sogenannten Carrier-Lösungen, aufgebaut. Die Firma unterhält in der Schweiz etwa 350 Arbeitsplätze.

Vor fünf Jahren ist Peter zum ersten Mal gemeinsam mit Studenten für rund eine Woche nach China gereist, zu den Hauptquartieren des Unternehmens nach Hongkong und Shenzhen. Die HSLU nimmt seither am Programm «Seeds for the Future» der Firma teil. Den Studenten – pro Jahr sind es drei bis vier ausgewählte Teilnehmer der HSLU – werden alle Kosten mit Ausnahme der Visa-Gebühren übernommen. «Die Studenten erhalten Einblick in einen weltumspannenden Konzern. Zudem arbeiten sie in dieser Zeit an eigenen Projekten», erklärt Peter. Die Professoren der Schulen, welche die Studierenden begleiten, kommen selbst für ihre Kosten auf, betont er. Die nächste Studienreise findet im August statt.

Hinter dem auffällig grosszügigen Engagement des Unternehmens stecke sicher auch die Absicht, so Peter, ein falsches Bild zu korrigieren, das sich in der Schweiz eingeprägt habe. «Es geht dabei nicht so sehr um das Bild, das wir von der Firma haben, sondern von China und seinen Bewohnern.» Gerade in Bezug auf Technologie gilt China als Land der rücksichtlosen Kopierer. «In China wird eben nicht nur kopiert, sondern durch das Kopieren werden Produkte auch verbessert. Diese Form des Dazulernens beherrschen sie in China wirklich gut.»

80'000 Ingenieure forschen und entwickeln

Gerade Huawei gilt dabei aber inzwischen auch als Innovationskraft, die im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu den Weltmarkt-Leadern gehört. Auch dank fleissigen Mitarbeitern, die laut Peter durchaus dem Bild der disziplinierten, konzentrierten und pflichtbewussten Chinesen entsprechen: «Die Studierenden, aber auch ich, sind vor allem von den Dimensionen beeindruckt: Huawei hat weltweit 80'000 Mitarbeiter, die sich alleine der Forschung und Entwicklung widmen – das gibt es bei uns nicht.» Insgesamt hat das Unternehmen etwa 180'000 Mitarbeiter. Begeistert ist Peter auch vom Konzept, dass alle Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. «Das ist vergleichbar etwa mit Trisa – da gibt es keine Grossaktionäre, sondern die Firma gehört den Mitarbeitenden.»

Macht sich Peter angesichts der Ausmasse und Verfügbarkeit von Arbeitskräften und Technologie Gedanken, ob die Schweiz trotz eines Mangels an Spezialisten mithalten kann? «In gewissen Bereichen haben wir sicher keine Chance. Aber die Schweiz steht im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sehr gut da.» Es sei auch eine Leistung der Politik: «Der Bundesrat hat hier einen super Job gemacht.» Es seien sehr gute Voraussetzungen geschaffen worden, um im Bereich der Schlüsseltechnologien innovativ zu bleiben. Das Zuger Crypto Valley sei Ergebnis dieser Politik.

Schliesslich gebe man auch mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern mehr Gewicht, um den Mangel an Informatikern und anderen Spezialisten im Land zu beheben. Nachholbedarf sieht Peter am ehesten bei der Bürokratisierung, die gerade junge Unternehmer benachteilige. «Bei uns brauchen junge Unternehmer einen Rechtsanwalt und einen Steuerspezialisten – in China wird zunächst einfach mal angepackt.»

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