BILDUNG: Jetzt wollen sie ihr Wissen weitergeben

Chantal Arnold (22) und Sasa Mihajlovic (20) haben das Diplom der Höheren Fachschule Gesundheit in der Tasche. Nun sollen Jüngere von ihren Erfahrungen profitieren.

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Geschafft: Sasa Mihajlovic und Chantal Arnold haben die Höhere Fachschule Gesundheit erfolgreich absolviert. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Geschafft: Sasa Mihajlovic und Chantal Arnold haben die Höhere Fachschule Gesundheit erfolgreich absolviert. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Freude bei Chantal Arnold und Sasa Mihajlovic sowie 153 weiteren Absolventen ist gross. Sie erhielten gestern das Diplom und dürfen sich nun diplomierte Pflegefachfrau, Pflegefachmann HF nennen – nach ihrer Weiterbildung an der Höheren Fachschule Gesundheit Zentralschweiz in Luzern. Chantal Arnold aus Altishofen sagt: «Das Diplom ist der schriftliche Beweis für ein grosses Stück Arbeit.» Der Wolhuser Sasa Mihajlovic sieht es als wichtigen Grundstein für seine berufliche Karriere.

Abwechselnd Schule und Praktika

Die letzten zwei Jahre verbrachten die Berufsleute mit schulischen Blöcken und Praktika. Chantal Arnold hat zuletzt auf der Chirurgie des Kantonsspitals Sursee gearbeitet. «Ich habe vor allem die Arbeit im Team sowie die herzlichen und manchmal auch herausfordernden Begegnungen mit den Patienten geschätzt», sagt sie. Im Team hätten sie viel gelacht, sich aber auch in weniger schönen Momenten unterstützt. «Ich wurde während meiner Ausbildung stets gut betreut. Es ist wichtig, dass man unter den Kollegen Verbündete hat, die bei Fragen helfen.»

Sasa Mihajlovic arbeitet im Wohn- und Pflegezentrum Berghof in Wolhusen. Er schätzt an der Tätigkeit den Kontakt mit den Bewohnern. «Sie geben mir mit einem Lächeln oder einem Dank sehr viel zurück. So denke ich am Abend, es hat sich wieder gelohnt.» Herausgefordert habe ihn, Theorie in die Praxis umzusetzen. «Ich war erst zufrieden, als es im Alltag ein Aha-Erlebnis gab.»

Wie sich Demenz im Spital auswirkt

Während der Diplomarbeit haben sich die Berufsleute mit Themen auseinandergesetzt, die sie im Alltag beschäftigen. Chantal Arnold ging der Frage nach, wie ein gewisses Verhalten von dementen Patienten – etwa Aggressionen – im Spital verstärkt wird. Ihr Fazit: «Hinter jedem Gefühl steckt ein Bedürfnis.»

Der Frage, wie man Angehörige von Sterbenden begleitet, ging Sasa Mihajlovic in der Diplomarbeit nach. «Der Umgang mit den Angehörigen fiel mir zuerst schwerer als mit den Bewohnern, die im Sterben lagen. Die Arbeit hat mir mehr Sicherheit gegeben.»

Nun wollen die beiden als Ausgelernte Erfahrungen sammeln. Sasa Mihajlovic arbeitet weiter im Berghof. «Ich würde künftig gerne Lernende oder Studierende begleiten.» Eine vertiefte Zusammenarbeit mit Lernenden reizt auch Chantal Arnold. Zunächst zieht es sie nach Davos. «Ich bin neugierig, wie es in einem Spital in einem Wintersportort zu- und hergeht. Dabei möchte ich meinen Erfahrungsbereich erweitern.»