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BILDUNG: Kanton Luzern dreht Lehrern den Hahn zu

Die Regierung kürzt Beiträge für Weiterbildungen des Lehrpersonals. Ob eine Schule gut aufgestellt ist, hängt damit künftig vor allem von der Finanzlage der Gemeinde ab.
Ismail Osman
Lehrer wittern hinter dem Vorschlag des Kantons eine Sparmassnahme. (Symbolbild Keystone)

Lehrer wittern hinter dem Vorschlag des Kantons eine Sparmassnahme. (Symbolbild Keystone)

Das Sparpaket mit dem offiziellen Namen Konsolidierungsprogramm 2017, kurz KP 17, ist auch Wochen nach seinem Erscheinen noch für unangenehme Überraschungen gut. Manche davon werden auch nachgereicht. Aktuelles Beispiel: Im KP 17 ist die Rede davon, die «Abschaffung des Kantonsbeitrages an Gemeinden für die schulinterne Weiterbildung» zu prüfen. Inzwischen wurde geprüft und vorentschieden: Die Beiträge für die schulinterne Weiterbildung werden ab 2017 halbiert. Heute liegt dieser Beitrag bei 3000 Franken pro Gemeinde und 10 Franken pro Schüler. Dies soll der Kantonskasse rund 300 000 Franken einsparen.

Kaspar Bättig, Geschäfts­führer des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands (LLV), nimmt die Neuerung mit gemischten Gefühlen entgegen: «Einerseits ist man froh, dass der Betrag nicht gänzlich gestrichen wird, wie dies gemäss KP 17 möglich wäre.» Andererseits tun sich durch die neue Ausgangslage neue Fragen auf. «Man muss sich bewusst sein, dass es zu den Pflichten jedes Schulteams gehört, sich konstant weiterzu­bilden», sagt Bättig. «Man muss dies ausweisen können, zum Beispiel bei der externen Evaluation.» Eine solche Weiterbildung könne beispielsweise ein Beurteilungskurs sein, der schulinterne Standards festlegt.

Gemeinden müssen entscheiden

Was aber ändert sich nun, da der Kanton nur noch 1500 pro Gemeinde und 5 Franken pro Schüler in schulinterne Weiterbildungen investiert? «Die Frage wird sein: Kompensiert die Gemeinde diesen Ausfall, um weiterhin die notwendigen Weiterbildungen durchzuführen?», sagt Bättig. Schon heute variiert die Weiterbildungsfinanzierung zwischen den Gemeinden enorm.

Bättigs Befürchtung ist denn auch die, dass künftig die lokale Finanzkraft entscheidend sein wird. Reiche Gemeinden werden sich gut aufgestellte Schulen leisten wollen, während finanzschwache Gemeinden das Nachsehen haben. «Letztlich aber sprechen wir hier von einer Massnahme im KP 17, die weitaus mehr Schaden anrichtet, als dass sie einen namhaften Beitrag zum Stopfen des gigantischen Finanzlochs leistet», sagt Bättig. «Hier ist die Zitrone nun schon defi­nitiv ausgepresst.»

Noch sind die im KP 17 enthaltenen Massnahmen nicht in Stein gemeisselt. Sofern aber nicht ein spezifischer Antrag zur Aufhebung der Sparvorlage gestellt wird, muss man davon ausgehen, dass die Halbierung der Weiterbildungsbeiträge aber Tatsache ist – eine Gesetzesänderung ist nämlich nicht nötig.

Paragraf 12 der Verordnung über die berufliche Weiterbildung und die Berufseinführung der Lehrpersonen lautet folgendermassen: «Der Kanton stellt den Schulen Mittel für die schulinterne Weiterbildung zur Verfügung. Für die Berechnung und die Auszahlung ist die Dienst­stelle Volksschulbildung zuständig.» Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass die Höhe der Mittel nicht festgeschrieben ist. In der Berechnung der Mittel sei das kantonale Budget für das kommende Jahr ein zentraler Faktor, erklärt Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung. «Bei der Budgeterstellung mussten wir verschiedene Kürzungen vornehmen, damit die Vorgaben des Regierungsrates eingehalten werden können.»

Blick auf die Budgetplanung

Die Regierung wird das Budget 2017 Ende Oktober offiziell präsentieren. «Gerade für mittlere und kleine Gemeinden ist die rechtzeitige Mitteilung der Änderung bei den Kantonsbei­trägen aber eine wichtige Information, um ihre Budgets entsprechend planen zu können», erklärt Vincent. Die Gemeinden wurden kürzlich direkt über die geplanten Anpassungen ins Bild gesetzt, sagt Vincent.

Ismail Osman
ismail.osman@luzernerzeitung.ch

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