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BILDUNG: Kanton Luzern rechnet mit mehr Schülern

Nach den Sommerferien werden kantonsweit bis zu 35 zusätzliche Schulklassen starten. Die dafür nötigen Lehrpersonen konnten fast überall gefunden werden. Männer sind allerdings kaum darunter.
Raphael Zemp
Vor einem knappen Jahr starteten diese Kinder aus dem Eigenthal ihre Schulkarriere. (Bild: Corinne Glanzmann (Eigenthal, 22. August 2016))

Vor einem knappen Jahr starteten diese Kinder aus dem Eigenthal ihre Schulkarriere. (Bild: Corinne Glanzmann (Eigenthal, 22. August 2016))

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Ein Trend der letzten zwei Jahre setzt sich fort: Die Anzahl Kinder an Luzerner Kindergärten und Primarschulen wird auf das neue Schuljahr hin weiter anwachsen. Zählte der Kanton im Schuljahr 2016/17 noch 43 129 Schüler in der obligatorischen Schulzeit, so sollen nun nach Schätzungen des Kantons weitere 750 dazustossen. Ein Drittel davon entfällt allein auf die Kindergarten- und Basisstufe. Gesamthaft kommen 30 bis 35 neue Klassen zu den 2465 bestehenden hinzu.

Es handle sich dabei aber um provisorische Werte, betont Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung Kanton Luzern. Die offiziellen Schülerzahlen würden erst am Stichtag 1. September erhoben. Die Abweichungen dürften allerdings marginal ausfallen – immerhin hat der Kanton anhand der provisorischen Zahlen sein Budget für das kommende Schuljahr erstellt.

Sollte Stefan Wolter, der oberste Bildungsforscher des Bundes, Recht behalten, stehen wir erst am Anfang einer längeren Wachstumsphase. Bis 2025 prognostizierte er in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende» neue Höchststände bei den Schülerzahlen. Für einzelne Kantone erwartet Wolter eine Zunahme von bis zu 20 Prozent. Passé seien dann die bislang «himmlischen Verhältnisse».

Der für den Kanton erwartete Anstieg von 750 Schülern liegt leicht über dem letztjährigen. Damals nahm die Gesamtzahl Schüler um 552 zu. In der Folge wurden 14 Kindergarten-, 8 Basisstufen- sowie 12 Primarklassen geschaffen. Auf Sekundarstufe hingegen verzeichnen die Statistiken des Kantons Luzern einen Rückgang um sechs Klassen. «Für dieses Jahr erwarten wir eine ähnliche Entwicklung», sagt Volksschulleiter Vincent.

In den Randregionen stagniert die Schülerzahl

Betroffen vom Schülerzuwachs sind vor allem die Agglomeration Luzern sowie Gemeinden entlang der Hauptverkehrsachsen des Kantons. Dort wird oder wurde unlängst auch eifrig neuer Schulraum erstellt; etwa in Malters, Neuenkirch, Sempach oder Dagmersellen, bestätigt Vincent. In den Randregionen hingegen steigt die Anzahl Schüler nur gering­fügig – oder stagniert gar. Besonders stark legen die untersten Schulstufen bis zur zweiten Primar zu. Bereits seit 2009 steigt die Anzahl Kindergärtler sukzessive an, von 4617 auf 6198 im vergangenen Schuljahr. «Darin spiegelt sich nebst der gestiegenen Geburtenrate auch die Einführung des Zweijahreskindergartens wider», erklärt Vincent.

An den obligatorischen Schulen des Kantons waren im vergangenen Schuljahr 8307 überwiegend weibliche Lehrpersonen (siehe Box) angestellt. Aufgrund des Schülerzuwachses wird die Lehrerschaft nun weiter verstärkt. Die meisten zusätzlichen Stellen seien schon besetzt, versichert Vincent. «Es kann davon ausgegangen werden, dass alle Klassenlehrpersonenstellen besetzt werden.» Einzelne Schulen suchen allerdings noch Fachpersonal für Logopädie oder Integrative Förderung (IF). «Möglicherweise bleiben einige dieser Teilpensen auch bei Schulantritt unbesetzt», räumt Vincent ein. In den übrigen Zentralschweizer Kantonen sind nur noch einige wenige Stellen zu besetzen, wie ein Blick auf die Stellenportale zeigt.

Im Steigen begriffen ist auch die Zahl jener Schüler, die nach dem Konzept des Altersgemischten Lernens (AgL) unterrichtet werden. Noch liegen zwar auch hierfür keine genauen Zahlen vor. Doch Charles Vincent weiss: «Auf das neue Schuljahr stossen zehn weitere Basisstufenklassen dazu. Allein in Beromünster wechseln sechs Klassen des Schulhauses Dorf zum neuen Unterrichtsmodell.» Damit werden kantonsweit 83 Klassen in altersgemischten Basisstufen unterrichtet. Volksschulleiter Charles Vincent zeigt sich zufrieden mit dieser Entwicklung. «Wenn der Wechsel gut geplant und das Lehrpersonal entsprechend vorbereitet ist, dann gelingt eine Umstellung in der Regel gut.» Die betroffenen Schulkinder bekundeten wenig Mühe damit, zumal die meisten gar nichts anderes kennen würden, weil die Umstellung meist auf der Basisstufe erfolge und dann sukzessive auf die höheren Stufen ausgedehnt werde. Vincent: «Es sind allenfalls Lehrpersonen, die sich zu Beginn mit der neuen Unterrichtsform schwertun.»

In einzelnen Gemeinden (etwa in Luthern) wird das Altersgemischte Lernen bereits auf Sekundarstufe praktiziert – ausgenommen sind die Niveaufächer, die in Jahrgangsstufen unterrichtet werden müssen. Beliebt ist die alternative Unterrichtsform nicht nur wegen der möglichen pädagogischen Vorteile, sondern auch bei kleineren Gemeinden, die für Jahrgangsklassen zu wenige Lernende aufweisen.

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