BILDUNG: Kriens rüstet Schulzimmer auf

Kriens will die Schulzimmereinrichtungen auf den neusten Stand bringen. Die Gemeinde will dafür 1,5 Millionen Franken investieren.

Beatrice Vogel
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Die Gemeinde Kriens rüstet ihre Schulzimmer auf. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Die Gemeinde Kriens rüstet ihre Schulzimmer auf. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Beatrice Vogel

Immer öfter findet man in Schulzimmern interaktive Unterrichtsmittel, ein Beamer gehört heute zur Standardausstattung. Doch gerade die interaktiven Wandtafeln lösten in der Vergangenheit Kritik aus: Als etwa die Gemeinde Emmen vor zwei Jahren ankündigte, im sanierten Gersag-Schulhaus 51 Schulzimmer mit digitalen Tafeln – sogenannte Smartboards – auszurüsten, sagten Kritiker, diese seien zu teuer, machen den Unterricht zwar abwechslungsreicher, aber nicht unbedingt besser.

Die Gemeinde Kriens hat nun für rund 185 Schulzimmer einen Rahmenvertrag für interaktive Wandtafelsysteme ausgeschrieben. Acht Schulhäuser sollen in den kommenden zehn Jahren mit den neuen Medien ausgestattet werden. Allerdings will die Gemeinde nicht die umstrittenen Smartboards anschaffen, sondern ein System mit interaktiven Beamern (siehe Kasten). Dazu gehören pro Schulzimmer neben dem Beamer eine Wandtafel, ein Computer, Lautsprecher und ein Visualizer. Letzterer ist eine Art digitaler Hellraumprojektor. Dies entspreche dem Standard, der in der Vergangenheit bei allen Sanierungen angewendet wurde, sagt Bildungsvorsteherin Judith Luthiger-Senn (SP). «Die interaktiven Beamer und das dazuge­hörige System sind einiges günstiger als Smartboards. Zudem sind sie flexibler einsetzbar, da der Beamer auch ohne Computer eingesetzt werden kann.»

Flexibilität ist gefragt

Auch in Luzern hält man wenig von digitalen Wandtafeln. So sagt Teddy Henzi, Fachbereichsleiter Infrastruktur/Planung bei der Volksschule Stadt Luzern: «Smartboards sind für den Unterricht in der Volksschule nicht zwingend erforderlich.» Seine Erfahrung zeige, dass ein Computer mit Internetanschluss, verbunden mit einem Beamer und einem Visualizer, den Schulbedarf abdeckt. «Dies entspricht der Standardausrüstung in der Stadt Luzern. Ausserdem sind Smartboards sehr teuer.»

Im Unterricht sei zudem vermehrt Flexibilität gefragt. «Wir installieren heute in Schulzimmern Schienen an den Wänden, in welche mobile Tafeln mit verschiedenen Oberflächen eingeschoben werden können. Diese ersetzen die klassische Buchwandtafel. Daneben gibt es eine Projektionswand für den Beamer», so Henzi.

Anschaffung über zehn Jahre

In Kriens sei die neue Ausstattung insbesondere für die Sekundarschulhäuser dringend nötig, sagt Judith Luthi­ger. «Im Meiersmatt-Schulhaus gibt es heute pro Stockwerk einen Beamer-Wagen. Das entspricht gerade auf der Sek-Stufe nicht mehr dem heutigen Unterrichtsstandard.» Deshalb sollen jene Sek-Schulhäuser, die über eine ungenügende Infrastruktur verfügen, zuerst nachgerüstet werden. Nach und nach sollen die übrigen Schulhäuser aufgerüstet werden – immer dann, wenn eine Sanierung ansteht. Pro Jahr werden gemäss Judith Luthiger 150 000 Franken in der Investitionsrechnung dafür budgetiert. Auf zehn Jahre gerechnet sind das 1,5 Millionen Franken. Luthiger betont, es koste nicht mehr als die herkömmliche Schulzimmereinrichtung. «Zurzeit ist diese Anschaffung jedoch auf Eis gelegt, weil gegen das Budget 2016 das Referendum ergriffen wurde.»

Da sich die Technik rasant entwickelt, stellt sich die Frage, ob die Beamer-Systeme, welche Kriens heute bestellt, in zehn Jahren nicht völlig veraltet sind. Luthiger verneint und versichert: «Im Vertrag wird vereinbart, dass die Produktwahl jährlich den Entwicklungen der Geräte angepasst wird. Somit kann auch das Produkt wechseln.»