Bildung
Krienser Schülerradio Church-Hill geht auf Sendung: 233 Jugendliche sind daran beteiligt

Das Projekt stand wegen Corona lange in der Schwebe. Diese Woche ist es nun so weit: Radio Church-Hill sendet vom Pausenplatz des Kirchbühl-Schulhauses auf der Frequenz 98,5 MHz. Auch einige Promis liessen sich einspannen.

Stefan Dähler
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Pilatus, Central, Sunshine, 3fach – und nun auch noch Church-Hill. Die Zentralschweizer Radiolandschaft ist seit Montag noch etwas vielseitiger geworden, zumindest bis Freitag. Vom Schulhaus Kirchbühl in Kriens aus ist auf der Frequenz 98,5 MHz vorübergehend ein neues Radio auf Sendung gegangen. Church-Hill ist in einem Umkreis von rund 20 Kilometern sowie im Internet empfangbar. Es handelt sich um ein Schulprojekt, der Name leitet sich vom Kirchhügel ab, auf dem sich das Schulhaus befindet.

Die Aufregung und Vorfreude ist spürbar an diesem Montagvormittag. Das Programm erhält noch einen Feinschliff, die letzten technischen Installationsarbeiten laufen, bis kurz vor Mittag der Startschuss fällt. Als Studio dient ein Minibus auf dem Pausenplatz, das Programm läuft am Montag, Donnerstag und Freitag von 6.30 bis 18 Uhr, am Dienstag und Mittwoch bis 19 Uhr. Am Mittwochnachmittag wird vom Vorplatz des Pilatusmarkts aus gesendet.

Das Radiostudio befindet sich im Minibus auf dem Pausenplatz.

Das Radiostudio befindet sich im Minibus auf dem Pausenplatz.

Bild: Manuela Jans-Koch (Kriens, 28. Juni 2021)
So sieht es im Innern des Busses aus.

So sieht es im Innern des Busses aus.

Bild: Manuela Jans-Koch (Kriens, 28. Juni 2021)

Das Programm besteht aus Musik, Nachrichten, Strassenumfragen, Wunschkonzerten, Sendungen zu Themen wie 50 Jahre Frauenstimmrecht und Stadtentwicklung oder Promi-Talks, etwa mit Stadtpräsidentin Christine Kaufmann oder Mundart-Folksänger Kunz. Einiges davon wird live gesendet, anderes wurde bereits im Vorfeld aufgezeichnet.

Alle Jugendlichen sollen mindestens einmal zu hören sein

Am Radioprojekt beteiligen sich alle 233 Kirchbühl-Sekschülerinnen und
-schüler sowie rund 30 Lehrpersonen. «Das Ziel ist, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal zu hören sein wird», sagt Lehrer Werner Schneider, Mitglied des Organisationskomitees. Chiara Heer (16) hat das Interview mit Kunz geführt. Sie sagt:

«Ich war früher schon mal bei einem Konzert von ihm. Es war toll, ihn richtig zu treffen. Er war meganett und offen und hat auch auf etwas banale Fragen ausführlich geantwortet.»

Sie könne sich durchaus vorstellen, später mal beim Radio zu arbeiten. Bei Armond Perkolaj (16), der Moderationen machen wird, ist das noch völlig offen, wie er sagt. Auf jeden Fall bereite ihm das Projekt «viel Spass und Freude». Nervös sei er nicht wirklich. «Die Texte haben wir schon gut vorbereitet.» Schon seit Anfang Jahr arbeiten die Schulklassen auf das Projekt hin, während dieser Projektwoche steht der Unterricht nochmals ganz im Zeichen des Radios. Dabei geht es nicht nur um die Programmgestaltung, sondern auch um das richtige und präzise Sprechen.

Projekt musste wegen Corona verschoben werden

Die Idee für das Radioprojekt sei während eines Pausengesprächs im Lehrerzimmer entstanden, sagt Werner Schneider. Wegen der Corona-Einschränkungen war aber lange unklar, ob und wann es umgesetzt werden kann. Ursprünglich sollte das im April der Fall sein. «Das war dann aber nicht möglich, weil wir die nötigen Vorbereitungen und Interviews nicht durchführen konnten.»

Nachdem sich die Coronalage entspannt hatte, konnten die Schülerinnen und Schüler dann das Radio 3fach in Luzern besuchen. Weiter kamen SRF-Moderator Michael Zezzi und Profi-Sprecher Manuel Naranjo ins Kirchbühl-Schulhaus, um den Jugendlichen das nötige Know-how zu vermitteln. Schneider sagt:

«Ohne fremde Hilfe wäre das Projekt nicht möglich gewesen.»

Damit meint er auch die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, die die technische Infrastruktur zur Verfügung stellt und sich um die Konzession gekümmert habe. Und diverse Firmensponsoren, die total rund 10'000 Franken beitragen würden. Im Gegenzug strahlt Radio Church-Hill Werbung für diese Firmen aus. Die Werbespots wurden von den Schülerinnen und Schülern in Absprache mit den jeweiligen Unternehmen selbst gestaltet.

Werner Schneider wird von Benedikt Obermüller interviewt.

Werner Schneider wird von Benedikt Obermüller interviewt.

Bild: Manuela Jans-Koch (Kriens, 28. Juni 2021)

Infos und Online-Radio auf: www.schulzentrum-kirchbuehl.ch

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