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BILDUNG: Lehrer liebäugeln mit einem GAV

Luzerner Lehrer halten die für sie zuständige Personalkommission für inhaltsleer und wirkungslos. Darum wird der Ruf nach einem Gesamtarbeitsvertrag laut.
Ismail Osman
Schüler und Lehrer protestieren gegen Kürzungen bei der Bildung vor dem Regierungsgebäude. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Schüler und Lehrer protestieren gegen Kürzungen bei der Bildung vor dem Regierungsgebäude. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

In diesen Tagen stehen in Luzerner Schulhäusern die Planungen des kommenden Schuljahres an. Es wird ein in mehrfacher Hinsicht spezielles Jahr. Zum einen erfolgt die Einführung des Lehrplans 21, zum anderen steht das Schuljahr voll im Zeichen der kantonalen Sparbeschlüsse im Rahmen des Konsolidierungsprogramms 2017 (KP 17). So werden etwa sämtliche Lehrer zu einer zusätzlichen Lektion pro Woche verpflichtet.

Für den Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband (LLV) ist dies nicht akzeptierbar. An der Sitzung des Verbandsrates des LLV vom Mittwoch wurden deshalb Massnahmen diskutiert, wie man der Situation entgegentreten will. Wichtigste Erkenntnis: Die für die Anliegen der Lehrer zuständige Paritätische Personalkommission hat auf ganzer Linie versagt. Die Konsequenz sieht man in der Schaffung eines Gesamtarbeitsvertrages (GAV) für alle Kantonsangestellten.

Forderungen in den Wind geschlagen

Annamarie Bürkli, Präsidentin des LLV, wählt deutliche Worte: Die Arbeit mit der bestehenden Paritätischen Personalkommission als sozialpartnerschaftliches Gremium zwischen Arbeitgeber (Regierung) und Arbeitnehmer (Lehrerinnen und Lehrer) habe man in den letzten Jahren als «wirkungslos und inhaltsleer erfahren». Dies sei insbesondere in den vergangenen vier Jahren der Fall gewesen: «Wir stellen immer die gleiche Forderung nach einer nachvollziehbaren, stabilen und auch fairen Personalkostenentwicklung, die letztlich auch interkantonal konkurrenzfähig ist», sagt Bürkli. Passiert sei das Gegenteil: «Das Lohnsystem wird gekehrt, der LP 21, eine wesentliche Erneuerung in der Bildung, wird kostenneutral eingeführt, und im kommenden Schuljahr unterrichten wir eine Lektion kostenlos.»

Die Idee eines GAV für Luzerns Kantonsangestellte stammt aus dem Kreis der Luzerner Allianz für Lebensqualität, dem auch der LLV angehört. Worin aber läge der Vorteil eines Gesamtarbeitsvertrages? «Wir hätten eine Verhandlungsmöglichkeit auf Augenhöhe, wären somit Teil des Entscheidungsgremiums», argumentiert Bürkli. Die Abbauspirale könnte so eher gebrochen werden, ist sie überzeugt. Im Rahmen eines Gesamtarbeits- vertrages würde beispielsweise auch die Option eines Streiks verankert. Dass ein Gesamtarbeitsvertrag im Bildungsbereich nicht unmöglich ist, zeige der Kanton Solothurn auf: «Nebst der Bildung sind auch die Gesundheit und das Verwaltungspersonal eingebunden», sagt Bürkli. Sie verweist zudem auf das Luzerner Personalgesetz. Unter Paragraf 4 heisst es dort: «Der Regierungsrat kann in Bereichen, für deren Regelung er abschliessend zuständig ist, mit den Personalverbänden Gesamtarbeitsverträge für alle Angestellten oder für einzelne Angestelltengruppen abschliessen.» Einen GAV alleine für die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule ist aus Sicht des LLV hingegen unrealistisch.

Neben der Forderung nach einem Gesamtarbeitsvertrag diskutieren die Lehrerinnen und Lehrer aber auch Leistungsabbau, um die zusätzliche Wochenlektion zu kompensieren. Deshalb werde man den Schulen nun beim Suchen und Umsetzen von Abbaumassnahmen helfen. Konkret könnte das heissen: schulinterne Weiterbildung während der Unterrichtszeit, weniger Aufwand für Hausaufgaben betreiben, die Betreuungszeit vor und nach dem Unterricht reduzieren, die Begleitung von Schülern für ausserschulische Veranstaltungen reduzieren oder streichen, weniger oder gar keine Projekttage mehr und auch die Durchführung von Klassenlagern prüfen.

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