BILDUNG: Lehrplan 21 soll in Luzern vors Volk kommen

Im Kanton Luzern sollen Volk und Parlament mehr Mitsprache bei Bildungsreformen erhalten - auch zum Lehrplan 21. Ein überparteiliches Komitee aus Politikern, Lehrern und Unternehmer hat dazu eine Volksinitiative eingereicht. Sie wollen das Reformtempo drosseln.

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Die Initianten kämpfen nun vor Bundesgericht gegen die Einführung des Lehrplan 21. (Symbolbild: LZ)

Die Initianten kämpfen nun vor Bundesgericht gegen die Einführung des Lehrplan 21. (Symbolbild: LZ)

Das Initiativkomitee "Bildungsreformen vor das Volk" übergab am Freitag dem Amt für Gemeinden laut eigenen Angaben 4172 Unterschriften. Nötig für das Zustandekommen des Volksbegehrens sind 4000 gültige Unterschriften. Die einjährige Sammelfrist läuft am Sonntag ab.

Mit dem geltenden Gesetz sei es weder dem Stimmvolk noch dem Kantonsrat als oberstes kantonales Aufsichtsorgan möglich in einschneidenden Bildungsfragen direkt Einfluss zu nehmen, schreiben die Initianten in einer Mitteilung. Die Kompetenzen in der Ausgestaltung der Bildung liege beim Regierungsrat und Bildungsdepartement. Dies wollen die Initianten ändern.

Die Volksinitiative verlangt mehrere Anpassungen im Luzerner Volksschulbildungsgesetz. Demnach müssen grundlegende Lehrplanänderungen, die alle Unterrichtsstufen betreffen, vor der Einführung dem Volk unterbreitet werden. Die Bestimmung soll rückwirkend ab 2014 gelten. Sie würde damit auch den Lehrplan 21 betreffen.

Laut dem Initiativtext müssen zudem interkantonale Vereinbarungen vom Kantonsrat genehmigt werden und dem fakultativen Referendum unterliegen. Dasselbe gilt für Fächer, Wochenstundentafeln und strukturelle Änderungen an den Schulen.

Seit 1995 seien im Kanton Luzern "in übertriebener politischer Hektik" über 15 grössere Schuländerungen umgesetzt worden, schreibt das Initiativkomitee. Zahlreiche Änderungen beschliesse die Regierung per Verordnung. Diese wirkten als "von oben" verordnet. Die öffentliche Kontrolle im Bildungswesen weiche einer praxis- und demokratiefernen "Expertokratie".

Hinter der Initiative stehen Kantonalpolitiker aus SVP, CVP, FDP und BDP. Daneben wirken Lehrpersonen der Volksschule und der Berufsbildung sowie Unternehmer mit. (sda)