BILDUNG: Luzern will Lehrplan 21 2017 einführen

Die Luzerner Regierung hält nichts davon, die für 2017 geplante Einführung des Lehrplans 21 um drei Jahre zu verschieben. Einen solchen Aufschub fordert die SVP in einem Postulat. Die Vorbereitungen zur Einführung seien bereits fortgeschritten, schreibt die Regierung.

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Symbolbild zum Thema Lehrplan 21 (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Symbolbild zum Thema Lehrplan 21 (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Das Postulat von Marcel Zimmerann (SVP) verlangt, dass Luzern dem Kanton Aargau folgt und die Einführung des Lehrplans, der für die gesamte deutsche Schweiz einheitliche Lernziele setzen soll, auf 2020 verschiebt. Die Vorbereitungsarbeiten und die für 2015 geplanten Weiterbildungen der Lehrer sollen sistiert werden.

Ob der Lehrplan überhaupt flächendeckend eingeführt werde, sei noch nicht klar, schreibt der Postulant. Zudem seien derzeit weder der genaue Inhalt des Lehrplans noch die Auswirkungen auf die Kosten bekannt.

Die Luzerner Regierung will jedoch an dem auf die übrigen Zentralschweizer Kantone abgestimmten Zeitplan festhalten, wie sie in ihrer am Montag publizierten Antwort auf den Vorstoss schreibt. Eine Verschiebung würde von den Schulen nicht verstanden und verursache unnötige Kosten.

Die Luzerner Volksschule und die Partner hätten bereits vor längerer Zeit mit den Vorbereitungen auf den neuen Lehrplan begonnen, heisst es in der Antwort. Ausserdem sollen mehrere revisionsbedürftige Fachlehrpläne nicht mehr angepasst sondern gleich durch den neuen Lehrplan ersetzt werden.

Lehrplan wird überarbeitet

Der Lehrplan 21 geht auf eine eidgenössische Volksabstimmung aus dem Jahr 2006 zurück. Damals sprachen sich die Stimmberechtigten für eine Harmonisierung der Schulen aus.

Der Lehrplan umfasst elf Schuljahre und beschreibt den Bildungsauftrag neu in Form von Kompetenzen. Er ist nicht dann erfüllt, wenn der Stoff behandelt ist, sondern wenn die Kinder das verlangte Wissen anwenden können.

Der Entwurf zum Lehrplan 21 wird derzeit grundsätzlich überarbeitet und um einen Fünftel gekürzt. Das beschloss die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) im April nach Auswertung der Rückmeldungen. Kritikpunkte waren Umfang, Detaillierungsgrad sowie die teilweise zu hohen Anforderungen an die Schüler.

Die überarbeitete Version soll gemäss D-EDK im Herbst vorliegen. Die meisten der 21 Kantone in der deutschsprachigen Schweiz planen die Einführung des Lehrplans auf das Schuljahr 2017/18.

Über die Modalitäten der Einführung entscheidet jeder Kanton in eigener Kompetenz. So können die Kantone etwa weiterhin die Stundentafel selbst festlegen.

Im Kanton Luzern werden die Lehrpläne und Wochenstundentafeln weiterhin vom Regierungsrat beschlossen. Der Kantonsrat lehnte es im Mai ab, dass die Pläne neu vom Parlament genehmigt werden müssen und das Volk dagegen das Referendum ergreifen kann. Eine Diskussion im Parlament würde zu einer Verpolitisierung führen, hiess es im Kantonsrat.

sda