BILDUNG: Luzerns Schülerzahlen im Steigflug

Zum ersten Mal seit fünf Jahren besuchen wieder über 39'000 Schüler die Luzerner Volksschule – Tendenz steigend. Es bestehen aber erstaunlich deutliche Unterschiede.

Ismail Osman
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Schüler der Sekundarstufe in Sursee während des Unterrichts.Bild: Boris Bürgisser (14. Oktober 2013)

Schüler der Sekundarstufe in Sursee während des Unterrichts.Bild: Boris Bürgisser (14. Oktober 2013)

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

Die neusten Zahlen des Kantons gestatten einen Einblick in die Entwicklungen an der Volksschule. So ist etwa zu erfahren, dass aktuell erstmals seit dem Schuljahr 2011/12 wieder über 39'000 Schülerinnen und Schüler eine öffentliche Regelschule besuchen (siehe Tabelle). Dies widerspiegelt zum einen den demografischen Wandel. Zum anderen hat auch dank der nun abgeschlossenen Einführung des zweijährigen Kindergartens beziehungsweise der Basisstufe die Anzahl der Schüler auf diesen Stufen klar zugenommen.

Auf der anderen Seite dieses demografischen Pendels befinden sich die Schülerzahlen auf der Sekundarstufe. Diese sind derzeit noch rückläufig und liegen aktuell bei nur knapp 9400 Schülern. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2007/08 waren es noch rund 12 000 Schüler.

Wachstum entlang der Verkehrsachsen

Zwar steigen die Schülerzahlen insgesamt an – die regionalen Unterschiede sind jedoch enorm. Gemeinden entlang der Y-Achse (Luzern–Sursee–Zofingen; Luzern–Zug) weisen über die vergangenen fünf Jahre teilweise über 20 Prozent mehr Schüler aus (darunter etwa Oberkirch, Knutwil oder Büron). Abseits dieser Verkehrsachse bestehen aber auch diverse Gemeinden, in denen die Schülerzahlen teilweise drastisch abgenommen haben. So zählen Hasle, Hergiswil oder auch Roggliswil heute über 20 Prozent weniger Schüler an ihren Schulen als noch vor fünf Jahren.

Der Anstieg der Schülerzahlen entlang der Y-Achse ist auch noch mit einer anderen Entwicklung des Kantons verbunden: die Zahl der Schüler, die das Angebot Deutsch als Zweitsprache (DaZ) besuchen. Insgesamt sind dies derzeit 7082 Kinder und Jugendliche. Das entspricht knapp 18 Prozent aller Schüler auf der Volksschulstufe. Insgesamt ist der Anteil ausländischer Schüler von 19,9 Prozent im Vorjahr auf 20,4 Prozent angestiegen. Auch hier manifestieren sich grosse regionale – und sogar lokale – Unterschiede. So ist der Anteil an DaZ-Schülern ebenfalls entlang der Y-Achse sowie der Industriestandorte (darunter etwa Dierikon und Root mit über 25 Prozent) am höchsten.

Einen deutlichen Rückgang gibt es bei der Anzahl Schüler und Schülerinnen zu beobachten, die an Privatschulen unterrichtet werden. Waren es im Vorjahr noch 675 Schüler, so sind es heuer rund 100 weniger (571).

Im aktuellen Jahr werden 1348 Schüler mit Sonderschulmassnahmen unterrichtet. Das entspricht dem Schnitt der vergangenen Jahre. Allerdings zeigt sich eine klare Entwicklung zu Gunsten der integrativen Sonderschulung. So werden derzeit rund 40 Prozent aller Schüler mit Sondermassnahmen integrativ geschult. Vor drei Jahren waren es noch weniger als 25 Prozent.

Den aktuellen Zahlenspiegel der Volksschule finden Sie hier.

Bild: Grafik: Luzerner Zeitung

Bild: Grafik: Luzerner Zeitung