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BILDUNG: Mehr junge Ärzte sollen in Luzern bleiben

Der Hochschulrat hat entschieden, wie die 100 Millionen zum Ausbau der Medizinausbildung verteilt werden soll: Rund 25 Millionen gehen an die Uni Bern, der Rest verteilt sich auf acht weitere Standorte. Luzern erhält für den gemeinsamen Master mit Zürich sieben Millionen.
Ziel des Impulsprogramms gegen den Ärztemangel ist eine Erhöhung der Abschlüsse in Humanmedizin von heute rund 900 auf 1300 im Jahr 2025.(Symbolbild) (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Ziel des Impulsprogramms gegen den Ärztemangel ist eine Erhöhung der Abschlüsse in Humanmedizin von heute rund 900 auf 1300 im Jahr 2025.(Symbolbild) (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Der Hochschulrat der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) in Bern hat heute die Projekte für zusätzliche Abschlüsse in Humanmedizin bewilligt. Darunter ist auch der gemeinsame Masterstudiengang Medizin (Joint Master of Medicine) der Universitäten Zürich und Luzern, welcher mit einem Bundesbeitrag von rund 7 Millionen Franken rechnen kann. Die beiden Partner planen 40 zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Insgesamt unterstützt der Bund die eingereichten Projekte mit 100 Millionen Franken.

Einen wesentlichen Beitrag sollen die bestehenden fünf medizinischen Fakultäten leisten, die bereits in den letzten Jahren Aufstockungen ihrer Studienplatzkapazitäten vorgenommen haben: 30 Millionen Franken der Sonderfinanzierung werden für die Ausfinanzierung dieser bereits eingeleiteten Anstrengungen eingesetzt.

Mit den restlichen 70 Millionen Franken werden die ab 2017 neu zu schaffenden Studienplatzkapazitäten unterstützt. Während die Universität Bern zusätzlich weitere 90 und Basel 55 Studienplätze schaffen, sehen auch die Fakultäten in Genf, Lausanne und Zürich noch einmal Erhöhungen der Anzahl Bachelor- oder Masterplätze vor.

Neu wird die Universität Freiburg ab 2019 zusätzlich zu ihrem Bachelorstudiengang in Humanmedizin einen Masterstudiengang anbieten. Die Universität Zürich wird, neben der Kooperation mit Luzern, auch mit der Universität St.Gallen ab 2020 einen neuen "Joint Master" einrichten. Die Università della Svizzera italiana wird ab 2020 einen Studiengang auf Stufe Master eröffnen.

Erste gemeinsame Master-Abschlüsse 2023

Der Luzerner Regierungsrat hat Anfang Juli 2016 der Beteiligung der Universität Luzern am Kooperationsprojekt für den gemeinsamen Masterstudiengang Medizin bereits zugestimmt. Der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung der Universitäten Zürich und Luzern steht kurz bevor, schreibt die Luzerner Staatskanzlei in einer Medienmitteilung. Der Zürcher sowie der Luzerner Regierungsrat müssen nach Unterzeichnung noch über diese Vereinbarung befinden. Geplant ist, dass die Partner auf Luzerner Seite – die Spitäler und Kliniken, die Universität Luzern sowie der Kanton Luzern – Leistungen für den gemeinsamen Masterstudiengang erbringen. Zusammen mit den Beiträgen des Bundes an die Aufbaukosten kann so die Finanzierung des gemeinsamen Masterstudiengangs langfristig sichergestellt werden.

Im Herbstsemester 2017/18 sollen die ersten Studierenden im so genannten «Luzerner Track» ihr Bachelor-Studium an der Universität Zürich aufnehmen. Sie können dann bereits einzelne Module der Luzerner Partner belegen. Nach dem Bachelor absolvieren sie den gemeinsamen Masterstudiengang. Die angehenden Ärztinnen und Ärzte sollen vor allem während des vierten bis sechsten Studienjahres – also während des Masterstudiums – viel Zeit in Luzerner Spitälern und Hausarztpraxen verbringen. Die Universität Luzern erbringt mit ihrem Seminar für Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik ebenfalls Lehrleistungen. Die ersten gemeinsamen Abschlüsse (Joint-Master-Diplome) könnten somit im Jahr 2023 von den Universitäten Zürich und Luzern verliehen werden.

Auch an der ETH Zürich

Künftig beteiligen sich auch die beiden ETH an der Humanmedizinausbildung. Während die Universitäten Lausanne und Genf die Zusammenarbeit mit der EPF Lausanne in Form der bereits bestehenden einjährigen Passerelle intensivieren, bietet die ETH Zürich neu ab 2017 einen Bachelorstudiengang in Humanmedizin an, welcher auf ein Masterstudium in Humanmedizin an einer anderen Universität vorbereitet.

Der Präsident der SHK, Bundespräsident Johann Schneider-Ammann, zeigte sich am Freitag mit der gefundenen Lösung zufrieden. Die Sitzung sei "sehr konstruktiv verlaufen", sagte er vor den Medien. Mit der Erhöhung der Anzahl Studienplätze in der Humanmedizin werde ein wichtiger Beitrag an das Schweizer Gesundheitssystem geleistet. Der Ausbau trage dazu bei, die Abhängigkeit von Ärztinnen und Ärzten aus dem Ausland zu reduzieren.

Gegen den Ärztemangel

Ende Februar hatte der Hochschulrat als Massnahme gegen den Ärztemangel das Sonderprogramm 2017 - 2020 für mehr Abschlüsse in Humanmedizin verabschiedet. Das Programm hat zum Ziel, bis spätestens 2025 die Anzahl Masterabschlüsse in Humanmedizin schrittweise auf 1300 pro Jahr zu erhöhen - das sind rund 50 Prozent mehr als heute.

Der Bundesrat beschloss Anfang Jahr für dieses Programm eine Anschubfinanzierung. Er beantragte im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) für die Jahre 2017 bis 2020 einen Zusatzkredit von 100 Millionen Franken für zusätzliche Ausbildungsplätze in Humanmedizin. (sda)

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