BILDUNG: Mit Velotour durch 83 Gemeinden zum Sieg

60 Stunden auf dem Velo – das beeindruckte die Jury. Beim Wettbewerb «Projekt 9» wurden gestern die besten Arbeiten prämiert.

Roseline Troxler
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Die Gewinner (von links): Jan Häfliger, Lee Roy Egli und Yanik Gretler. (Bild Pius Amrein)

Die Gewinner (von links): Jan Häfliger, Lee Roy Egli und Yanik Gretler. (Bild Pius Amrein)

Die Sekschüler Jan Häfliger (Oberkirch), Lee Roy Egli (Schenkon) und Yanik Gretler (Oberkirch) haben am Wettbewerb «Projekt 9» in der Kategorie Gruppenprojekte die Jury und das Publikum von ihrer Projektarbeit überzeugt. Mit dem Velo haben sie alle 83 Gemeinden des Kantons Luzern durchfahren. Auf 200 Seiten stellen sie ihre Reise vor und porträtieren jede Gemeinde. «Wir sind überglücklich und können unseren Sieg noch nicht fassen», sagen die Schüler. «Vor der Präsentation waren wir total aufgeregt.» 110 Stunden haben sie in ihre Arbeit investiert, davon 60 Stunden für die Fahrt.

Beim Wettbewerb «Projekt 9» werden ausserordentliche Projektarbeiten von Schülern der Sekundarstufe I prämiert. Ziel ist es, Gruppenprojekte und selbstständige Arbeiten zu fördern.

«Die schönste Strecke war für uns die von Doppleschwand nach Romoos – obwohl es minus 11 Grad kalt war», sagen die drei Schüler der Sekundarschule Sursee. Sie wollten ein aussergewöhnliches Projekt verfolgen. Sie würden jederzeit wieder aufs Fahrrad steigen.

Eine weitere glückliche Gewinnerin ist Nicole Zemp aus Entlebuch. Sie hat mit ihrer Arbeit «Sinnesweg» in der Kategorie selbstständige Arbeiten den ersten Platz erreicht. Zemp hat im Entlebuch einen Sinnesweg zu den fünf Sinnen angelegt. Jana Murer aus Buttisholz hat mit ihrer Arbeit den Publikumspreis ergattert. Sie produzierte aus Fotografien Kurzfilme. Der diesjährige Schulhauspreis ging an die Schule Buttisholz, welche die Organisatoren mit mehreren Projekteingaben in qualitativer Weise überzeugte. Die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz (PHZ) Luzern und die Schulverlag plus AG haben den Wettbewerb bereits zum fünften Mal durchgeführt.

Bei den Organisatoren gingen dieses Jahr mehr als 120 Arbeiten von Deutschschweizer Schülern ein. Neun Arbeiten wurden im gestrigen Final präsentiert. Die Jury beurteilte die Idee und die Umsetzung der Projekte, das Projektmanagement, die Reflexion sowie die Präsentation. «Wir wollen bei den Schülern einen Prozess sehen. Die Arbeit muss eine echte Herausforderung darstellen», sagt Erich Lipp, Fachleiter Lebenskunde und Projekte an der PHZ.

«Lernform der Zukunft»

«Wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr Gruppen ihre Projekte für den Wettbewerb einreichen», sagt Erich Lipp. Die Projektmethode ist laut den Organisatoren eine Lernform der Zukunft. «Für mich sollte Schule vermehrt in Form von Projektarbeit stattfinden», sagt Lipp. Schüler seien motivierter, wenn sie ihren eigenen Interessen nachgehen können.

In einigen Kantonen ist der Projektunterricht fester Bestandteil der Stundentafel – so auch im Kanton Luzern. Im neunten Schuljahr werden die Sekundarschüler in die Projektmethoden und die Techniken des Projektmanagements eingeführt. So lernen sie, wie man Projekte initiiert, durchführt und auswertet. «Projektarbeit ist auf verschiedenen Schulstufen wichtig. Sie macht insbesondere in der dritten Sekundarklasse kurz vor dem Abschluss Sinn», sagt Daniel Friederich, der im Organisationskomitee beteiligt ist. Projektarbeit fördere Sozial- und Selbstkompetenzen. So würden die Jugendlichen besser auf das Berufsleben vorbereitet.

Hinweis

Weitere Informationen zum «Projekt 9» finden Sie unter: www.facebook.com/wettbewerbprojekt9 oder www.schulverlag.ch/projekt9