BILDUNG: Neue Fakultät am Volk vorbei?

Die Universität Luzern will einen Studiengang Wirtschaft notfalls auch ohne Fakultät realisieren. So würde aber ein mögliches Referendum umgangen.

Luzia Mattmann
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Beherbergt die «UniLU» bald vier Fakultäten? (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Beherbergt die «UniLU» bald vier Fakultäten? (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Uni Luzern soll bis im Herbst 2014 eine Wirtschaftsfakultät bekommen. Das ist das Ziel von Bildungsdirektor Reto Wyss. Den Auftrag dazu hat er vom Kantonsrat, das im letzten Mai den Hochschulbericht mit dem entsprechenden Inhalt gutgeheissen hat.

Allerdings braucht es für die Realisierung einer neuen Fakultät eine Gesetzesänderung, wie mehrere Juristen unabhängig voneinander auf Anfrage unserer Zeitung bestätigen. Denn im Universitätsgesetz aus dem Jahr 2000 ist festgehalten, dass die Uni Luzern aus den drei Fakultäten Theologie, Geisteswissenschaften (heute: Kultur- und Sozialwissenschaft) und Recht besteht. Roman Steiner, Leiter des Rechtsdienstes des Bildungs- und Kulturdepartements: «Für den Aufbau einer vierten Fakultät braucht es eine Gesetzesänderung durch den Kantonsrat, die zumindest dem fakultativen Referendum unterliegt.» Will heissen: Die einer neuen Wirtschaftsfakultät gegenüber kritisch eingestellten Parteien SP, Grüne, GLP und eine Mehrheit der SVP könnten nach dem Parlamentsentscheid eine Volksabstimmung lancieren.

Rektor: «Nicht zwingend»

Anderer Meinung ist der Rektor der Uni Luzern, Paul Richli: «Für die Errichtung einer Wirtschaftsfakultät muss das Gesetz nicht zwingend angepasst werden.» Ausserdem sagt Richli nun erstmals öffentlich, dass ein Studiengang Wirtschaftswissenschaften auch ohne eigene Fakultät möglich wäre – so könnte das bei einer Gesetzesänderung mögliche fakultative Referendum, also eine Volksabstimmung, umgangen werden. «Ob man das ganze Wirtschaftsfakultät nennt oder Studiengang an der Kulur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, ist eine rein organisatorische Massnahme», sagt Richli.

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