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BILDUNG: Schülermangel an Privatschulen

Wegen zu geringer Nachfrage mussten letztes Jahr zwei private Schulen den Betrieb einstellen. Bei der Konkurrenz sind die Klassenzimmer zwar noch voll – trotzdem gibt es Ärger.
Niels Jost
Zu wenig Schüler: Privatschulen kämpfen mit Schülermangel. (Symbolbild LZ)

Zu wenig Schüler: Privatschulen kämpfen mit Schülermangel. (Symbolbild LZ)

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Kleinere Klassen, individuelle Betreuung, moderne Infrastruktur: Privatschulen werben mit so einigen Vorzügen gegenüber öffentlichen Schulen, die man dort missen möge. Das Angebot, das Eltern schnell mal 20 000 Franken im Jahr kosten kann, findet aber immer weniger Anklang.

Zumindest lassen das die Zahlen aus dem jüngst veröffentlichten Bericht der kantonalen Schulaufsicht vermuten. So mussten letztes Jahr zwei Privatschulen ihren Betrieb einstellen: die International School in Horw sowie das Golf Sport College in Oberkirch. Auf das nächste Schuljahr schliesst zudem das Mädchen-Institut Rhaetia in der Stadt Luzern (wir berichteten).

Der Hauptgrund ist bei allen Institutionen derselbe: zu wenige Schüler. Zwar steigt die Anzahl schulpflichtiger Kinder und Jugendlicher im Kanton Luzern seit zwei Jahren wieder. Doch in den zehn Jahren zuvor ging die Schülerzahl aufgrund der demografischen Entwicklung stetig zurück, insgesamt um 14 Prozent. Zudem litt etwa die International School darunter, dass weniger ausländische Arbeitskräfte mit ihren Familien in den Kanton Luzern zogen und deshalb die Anmeldungen ausblieben – obwohl sich die Wirtschaftslage in Luzern verbessert habe.

Dass gleich drei Privatschulen schliessen mussten oder noch müssen, bedauert Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung. «Für das Bildungsangebot im Kanton Luzern hat das aber keine direkten Konsequenzen», sagt er. Denn nur ein kleiner Teil aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen im Kanton Luzern können und möchten eine Privatschule besuchen, nämlich 1,4 Prozent. Noch vor der Schliessung der zwei anfangs erwähnten Privatschulen war der Anteil mit 1,5 Prozent leicht höher. Oder anders formuliert: Von den über 43 100 Luzerner Schülern besuchten im nun zu Ende gegangenen Schuljahr 493 Kinder und Jugendliche eine private Schule, im Vorjahr waren es 92 mehr. Vincent resümiert: «Es gelingt uns, mit dem Angebot der öffentlichen Schule die grosse Mehrheit der schulpflichtigen Schüler abzuholen.»

Privatschulen: «Spüren viel Widerstand»

Im Kanton Luzern gibt es nun noch 15 aktive Privatschulen. Von ihnen haben sich acht vor wenigen Jahren zu einer Interessen­gemeinschaft (IG) zusammengeschlossen, um gemeinsame Wege zu gehen. Das scheint zu funktionieren. Von rückläufigen Schülerzahlen sei bei den IG-Mitgliedern nichts zu hören, sagt IG-Präsident Armin Fähndrich.

Dennoch ist der Schulleiter der Stadtluzerner Zeit-Kind-Schule mit den Rahmenbedingungen für die Privatschulen, die derzeit im Kanton Luzern herrschen, unzufrieden. «Wir spüren viel Widerstand seitens des Kantons», sagt Fähndrich. «In Luzern haben sich die Richtlinien und Kontrollen für Privatschulen in den letzten Jahren verschärft.» Aktuellstes Beispiel: Ab nächstem Schuljahr sind die Privatschulen verpflichtet, in der 3. Sekundarstufe den Test «Stellwerk» durchzuführen und die Resultate dem Kanton mitzuteilen. Auf diese Weise möchte der Kanton die Leistung der Schüler aus allen Schulen vergleichen – denn eine Abschlussprüfung gibt es auf der Sekundarstufe bekanntlich nicht. Mit dieser Art der Qualitätsmessung ist die IG nicht einverstanden. Sie sei nicht aussagekräftig, weil gewisse Jugendliche nur ein oder zwei Jahre an Privatschulen unterrichtet würden. In anderen Kantonen, so Fähndrich weiter, gebe es zudem weniger Hürden, um eine private Schule oder Home-Schoo­ling zu betreiben.

Der Unmut der Privatschulen ist Dienststellenleiter Charles Vincent bekannt. Er führt das unter anderem darauf zurück, dass den Privatschulen 2012 die öffentlichen Mittel wegen der Sparmassnahmen zunächst halbiert und schliesslich gänzlich gestrichen wurden. Zu den geltenden Richtlinien sagt er weiter: «Wir halten uns an die gesetz­lichen Vorschriften.» Vincent betont, dass jede Schule einen gewissen Spielraum habe, diese umzusetzen. Er halte die Pri­vatschulen «für eine gute Ergänzung» zu den öffentlichen Schulen. Vincent ist überzeugt: «Sie decken eine gewisse Nische ab, doch sind sie im Kanton Luzern zahlenmässig nicht so stark.»

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