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BILDUNG: Schulhausidee in Reiden wird hinterfragt

Die IG Reiden kritisiert die Absicht des Gemeinderats, einen neuen Massivbau zu planen und dafür einen Investor zu suchen. Denn: Ihren Zahlen zufolge ist dies überflüssig.
Ernesto Piazza
Schon heute mangelt es an Klassenzimmern: Blick auf die Container auf dem Schulhausareal in Reiden. (Bild: Nadia Schärli (Reiden, 19. Oktober 2016))

Schon heute mangelt es an Klassenzimmern: Blick auf die Container auf dem Schulhausareal in Reiden. (Bild: Nadia Schärli (Reiden, 19. Oktober 2016))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Reiden braucht dringend neuen Schulraum. Das war die Kernaussage des bildungsverantwortlichen Gemeinderats Bruno Geiser (SVP) an der kürzlichen Medieninfo. Deshalb sollen die Stimmbürger im Juni über einen Kredit von rund 10 Millionen Franken für einen Massivbau in Reiden Mitte befinden. Geht es nach dem Willen des Gemeinderates, finanziert ein Investor das fünfgeschossige, kellerlose Gebäude (Ausgabe vom 16. November).

Zur Erinnerung: Im März 2015 hatte das Stimmvolk den 9,25-Millionen-Kredit für ein neues Primarschulhaus in Reiden Mitte bachab geschickt. Die IG Reiden lehnte die Projektstudie kategorisch ab – im Gegensatz zu CVP, FDP, SVP und SP.

Auch diesmal ist bei ihr die Skepsis gegenüber dem Projekt gross. Das kam an einem von der IG Reiden organisierten Forum klar zum Ausdruck. So stellte Peter Kistler drei aus Sicht der Gruppierung zentrale Fragen: Wie viele Schüler zusätzlich werden es bis wann in Reiden sein? Falls man bauen muss: Wie soll der aktuelle und längerfristige Bedarf gedeckt werden? Und wie steht es um die Finanzierung?

«Potenzial ist nicht ausgeschöpft»

«Die Daten der Einwohnerkontrolle müssten die präzise Berechnung der Schülerzahlen für jeden Jahrgang ermöglichen. Diese Angaben fehlen in der Botschaft bei der Begründung zum behaupteten, dringenden Bedarf an zusätzlichem Raum aber gänzlich», sagte Kistler. Lustat Statistik Luzern rechne jeweils gegenüber dem Vorjahr in der obligatorischen Schulstufe mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent. Das entspreche auch dem Szenario des Bundesamtes für Statistik (BFS). Auf Reiden bezogen hiesse dies gemäss BFS plus zehn bis zwölf Schüler pro Jahr oder zwei bis sechs Schüler pro Stufe pro Jahr. Die Schulraumprognose für Reiden beziffert Kistler «innert den nächsten elf Jahren auf zusätzlich sieben bis zehn weitere Klassen». Das entspräche zehn zusätzlichen Schulzimmern und vier Nebenräumen.

Des Weiteren zeigte Kistler auf, wie dieser Bedarf gedeckt werden könnte: mit aktuellem Potenzial in Langnau, dem Kauf eines Provisoriums in einer Holzbauweise und weiteren Optimierungen. «Bauliche Massnahmen beispielsweise bei den Schulhäusern Walke und Johanniter IV oder mit einem Modulbau eröffnen Reiden weitere Möglichkeiten», so Kistler. «Das Potenzial ist also weder räumlich noch organisatorisch ausgeschöpft. Nach allen durchgerechneten Szenarien sieht die IG keine hohe Dringlichkeit für einen neuen Schulhaus-Massivbau.»

Erweist sich die Realisierung neuer Schulzimmer als unabdingbar, gäbe eine modulare Lösung die Flexibilität, welche die Unvorhersagbarkeit des demografischen Wandels erfordere, betonte Kistler. Zudem sei diese Variante billiger, in einer bis 70 Prozent kürzeren Bauzeit fertig als ein vergleichbarer Massivbau und erst noch von hoher Bauqualität. Die IG Reiden stört sich ebenfalls daran, «dass der Gemeinderat nicht mehrere Lösungsoptionen evaluiert». Er habe bei diesem Thema einen Tunnelblick aufgesetzt. So würden besonders die organisatorischen Möglichkeiten – etwa die Modellwahl wie beispielsweise Basisstufe oder Zweijahreskindergarten – nicht abgeklärt.

Im Zusammenhang mit der Finanzierung des Schulhauses durch einen Investor brachte IG-Mitglied Markus Schwander eine neue Variante ins Spiel: «Der Gemeinderat soll die Option prüfen, das ganze Areal in Reiden Mitte einem Investor zu verkaufen, um ein Dorfzentrum zu realisieren.» Diese Version böte laut Schwander diverse Vorteile. Beispielsweise käme Reiden mit der Veräusserung des Landes – diese bedürfte aber noch einer Umzonung von der öffentlichen in eine gemischte Zone – schnell zu Liquidität. Das Geld könnte in den Schuldenabbau gesteckt werden. Oder es stünde für dringend zu tätigende Investitionen zur Verfügung.

Anlässlich des Forums hat die IG entschieden, bei der Bevölkerung aktive «Aufklärung» zum geplanten Schulhausneubau zu betreiben. Möglicherweise organisiert sie auch noch ein Podium.

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