Bildung
Sekundarschulmodelle: Das Luzerner Kantonsparlament hat eine Chance verpasst

Die Luzerner Gemeinden können weiterhin zwischen drei Sekundarschulmodellen wählen. Damit wird die ungleiche Ausgangslage für Schülerinnen und Schüler beibehalten.

Roseline Troxler
Roseline Troxler
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Der Luzerner Kantonsrat hat sich gegen die Reduktion der Sekundarschulmodelle ausgesprochen. Damit können Gemeinden weiterhin wählen, ob sie ihre Oberstufe nach dem kooperativen, dem integrierten oder dem getrennten Modell führen. Letzteres kennen nur noch eine Handvoll Gemeinden.

Während Schülerinnen und Schüler beim getrennten Modell in nach Niveau A, B oder C separierten Klassen unterrichtet werden, ist die Durchlässigkeit bei den anderen Modellen höher. So kann eine mittelmässige Schülerin, die sprachlich stark ist, in den Fächern Englisch und Französisch im Niveau A unterrichtet und entsprechend gefördert werden, in den anderen Fächern aber im Niveau B eingeteilt sein. Im getrennten Modell wäre dies nicht möglich. So müsste die Schülerin sich in allen wichtigen Fächern entsprechend verbessern, um vom Niveau B ins Niveau A aufzusteigen.

Das starre getrennte Modell kann den Stärken und Schwächen der Schüler nur ungenügend Rechnung tragen. Das ist nicht mehr zeitgemäss. Vor allem ist die Chancengleichheit mit diesem Modell nicht mehr gegeben. Denn einem Lehrbetrieb sticht nebst der Note vor allem ins Auge, ob ein Bewerber im für den Lehrberuf wichtigen Fach in einem höheren Niveau eingeteilt ist. Da ziehen Lernende des getrennten Modells klar den Kürzeren. Die Kantonsräte haben am Montag die Chance vergeben, diese ungleiche Ausgangslage endlich zu beseitigen.