BILDUNG: Städte rütteln am Langzeitgymnasium

Die Bildungsdirektoren der 23 grössten Städte wollen das Langzeitgymi abschaffen. Die Kantone staunen.

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Urs W. Studer, Präsident der Städteinitiative Bildung Volksschule. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Urs W. Studer, Präsident der Städteinitiative Bildung Volksschule. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Die «Städteinitiative Bildung Volksschule», die bildungspolitische Lobby der 23 grössten Schweizer Kommunen, erhebt folgende Forderungen: Nach der Primarschule solle «keine Selektion für eine spezielle Stammklasse erfolgen». Begründung: «Je mehr ein Bildungssystem auf der Sekundarstufe I Selektion betreibt, desto stärker wirkt sich die soziale Herkunft der Schüler auf den Bildungserfolg aus.»

Die Städte propagieren deshalb leistungsmässig stark durchmischte Klassen mit Niveauzügen in einzelnen Fächern – so, wie viele Kantone sie bereits führen. Forderung zwei ergibt sich daraus folgerichtig: «Die Langzeitgymnasien sollen aufgehoben werden.» Unterzeichnet ist das Papier von Urs W. Studer, Präsident der Städteinitiative Bildung Volksschule und als Luzerner Stadtpräsident auch zuständig fürs Ressort Bildung.

«Zweiklassengesellschaft»
Vor allem die Forderung nach der Abschaffung des Langzeitgymnasiums hats in sich. Der Kanton Luzern hat dieses Angebot zuletzt im Sommer 2004 überprüft. Die Befunde damals:

«Die separate Schulung in einem Langzeitgymnasium stellt eine Begabtenförderung dar, welche die Sekundarschule nicht garantieren kann.» «In kleinen Gemeinden würden (bei Abschaffung des Langzeitgymis) die Sekundarklassen zu gross, um die Kinder differenziert fördern zu können.» «Es würde einer Zweiklassengesellschaft Vorschub geleistet, da Wohlhabende ihre Kinder in private Langzeitgymnasien schicken könnten.»

Andreas Töns

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung