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BILDUNG: «Uns droht ein Image-Schaden»

Luzerner Lehrerinnen und Lehrer müssen im nächsten Schuljahr eine Lektion mehr unterrichten. Das führte bereits zum Abgang von mindestens einer Lehrkraft. In Zukunft könnten die Konsequenzen schwerer wiegen.
Kilian Küttel
Szene aus einer Aufgabenstunde. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Szene aus einer Aufgabenstunde. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Die Schule Weggis braucht einen neuen Klassenlehrer für die 2. Sek. Der jetzige Stelleninhaber verlässt die Schule in den Sommerferien. Er geht nach Zug. Dort sind die Arbeitsbedingungen besser, die Löhne höher. Mitverantwortlich dafür ist das Konsolidierungsprogramm (KP) 2017. Dieses sieht unter anderem vor: Ab kommendem Schuljahr müssen Lehrer eine Lektion zusätzlich unterrichten (siehe Kasten).

Daniel Reichmuth ist Schulleiter der Weggiser Sekundarschule. Auf den Abgang angesprochen, sagt er: «Wir bedauern sehr, dass uns diese sehr fähige und engagierte Lehrperson verlässt.» Dass sie dies aufgrund des KP 17 tut, beurteilt Reichmuth als «ungünstig». Ungünstig nicht nur für ihn, sondern auch für den Kanton Luzern: «Uns droht ein Imageschaden durch diese Sparmassnahme. Im Vergleich mit den anderen Kantonen wird Luzern als Arbeitgeber weniger attraktiv.» Der Gedankengang scheint nicht abwegig: Wieso sollte ein Lehrer in Luzern bleiben, wenn er in einem anderen Kanton mehr verdient? Vorausgesetzt, seine Lebens- und Wohnsituation lassen das zu. Dieser Meinung ist Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (LLV): «Die Unterrichtsverpflichtung ist bei uns fast einzigartig hoch.» Etwas überraschend erhalten Reichmuth und Bürkli Zuspruch von der kantonalen Dienststelle Volksschulbildung. Deren Leiter Charles Vincent sagt: «Unter Umständen kann mittelfristig ein Imageschaden entstehen. Obwohl natürlich die Anstellungsbedingungen nur einen Faktor für die Attraktivität des Arbeitsplatzes darstellen.»

Die Stimmung bleibt angespannt

Gestern endete die Kündigungsfrist für Lehrer, die kommendes Schuljahr eine andere Stelle wollen. Bis gestern waren gemäss dem Stellenportal des Kantons Luzern 143 Lehrer gesucht. Ein relativ hoher Wert, der laut Bürkli aber nicht direkt auf das KP 17 zurückgeführt werden könne. Der grosse Exodus wegen des Spardrucks bleibe aus. Diesen Eindruck stützt auch eine Umfrage unserer Zeitung bei den Schulen, die Stellen ausgeschrieben haben. Dennoch: Die Stimmung ist angespannt. Die Angst, dass Lehrer auf Stellensuche einen Bogen um Luzern machen, besteht. Das sagt gar Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP): «Wir kämpfen dafür, dass das Gesamtpaket Unterrichten im Kanton Luzern attraktiv genug bleibt, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Das ist im Moment eine Herausforderung.» Dass der Ruf als Arbeitsstandort tiefe Risse bekommt, glaubt Wyss aber nicht: «Das Image hängt ja nicht am Lohn allein. Es ist ein Produkt von abwechslungsreichen und herausfordernden Aufgaben im Schulbereich und der Lebensqualität.» Doch dass Risiken bestünden, wolle er nicht kleinreden: «Wir müssen zu diesem Produkt Sorge tragen.»

Dafür kann Daniel Reichmuth aufatmen. Der Weggiser Schulleiter hat einen Nachfolger für den scheidenden Lehrer gefunden: «Wir konnten die Stelle kürzlich neu besetzen – mit einer grossen Portion Glück.»

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